W. Eilenberger: Zeit der Zauberer (2018) – gelesen

Ich habe ein kluges und anregendes Buch gelesen: „Zeit der Zauberer. Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919-1929“ von Wolfram Eilenberger. In acht Kapiteln werden in chronologischer Abfolge jeweils parallel das Leben und Arbeiten der vier Großen: Wittgenstein, Cassirer, Benjamin und Heidegger beschrieben, wobei der Autor sich der Logik der Fragen und Antworten seiner vier Helden anpasst. Was das Buch auszeichnet, ist die Tatsache, dass man als Leser die Probleme mitdenken kann; denn es sind auch noch unsere Probleme.

Das lässt sich schön an Walter Benjamins Frage, wie sich Freiheit und Schicksal zueinander verhalten, wie sich das Problem in Goethes „Wahlverwandtschaften“ darstellt und was das für das Konzept der romantischen Liebe bedeutet, zeigen (S. 169 ff.): Wo sich Schicksalhaftes ereignet, gibt es keine Freiheit und keine Schuld, sondern nur Sühne; nur wo Freiheit besteht, gibt es Verantwortung. Dass die schicksalhafte romantische Liebe in eine frei gewollten Ehe mündet, ist in sich widersprüchlich und damit „existenziell uneinholbar“.

Auch dass Heideggers Liebesgeschichte relativ viel Raum bekommt, empfinde ich nicht als deplatziert; zeigt doch sein Umgang mit Hannah Arendt, dass sein rein individualistisches Daseinskonzept der gewaltigen Erfahrung seiner Liebe nicht standhält (S. 217 ff.). „Im Namen seines Existenzideals einer heroischen Eigentlichkeit versagt er der Erfahrung des Du letzte Anerkennung.“ Für mich ist damit das Urteil über seine Philosophie gesprochen.

Ich habe beschlossen, die alten Bücher von Walter Benjamin, Ludwig Wittgenstein und Ernst Cassirer (zum Teil noch einmal) zu lesen; Cassirers „Philosophie der symbolischen Formen“ habe ich mir eigens gekauft. Die alten Probleme von 1919-1929 sind immer noch, wenn auch teilweise unter anderen Namen, aktuell.

P.S. Wenn man bedenkt, dass Cassirer und Benjamin von den Nazis vertrieben wurden (und Wittgenstein sich in Deutschland auch nicht hätte halten können), sieht man, welche Barbarei im Namen einer angeblichen Gesundung des deutschen Volkes betrieben worden ist: Die Besten wurden verjagt!

https://www.zeit.de/2018/12/zeit-der-zauberer-wolfram-eilenberger-philosophie-martin-heidegger

https://www.deutschlandfunkkultur.de/wolfram-eilenberger-ueber-sein-buch-zeit-der-zauberer-die.2162.de.html?dram:article_id=412694

https://buch-haltung.com/wolfram-eilenberger-zeit-der-zauberer/

http://www.kulturbuchtipps.de/archives/2078

https://www.freitag.de/produkt-der-woche/buch/zeit-der-zauberer/zauberer_netzschau

https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.philosophie-wolfram-eilenberger-zeit-der-zauberer.610e376a-90a1-471f-854f-23a9a53c8fe9.html (leise kritisch)

http://blog.klett-cotta.de/sachbuch/geschichte/lesebericht-wolfram-eilenberger-zeit-der-zauberer-das-grosse-jahrzehnt-der-philosophie-1919-1929/

https://www.radiobremen.de/bremenzwei/sendungen/gespraechszeit/wolfram-eilenberger114.html (Gespräch mit dem Autor)

P.S. Ergebnisse meiner Lektüre:

https://also42.wordpress.com/2019/11/14/walter-benjamin-einbahnstrasse-darin-kaiserpanorama/

Zigeuner – drei Perspektiven

Der Zigeuner, des -s, plur. ut nom. sing. Fäm. die -inn, der Nahme eines herum streifenden ausländischen Gesindels, welches bald nach dem Anfange des 15ten Jahrh. in Deutschland und dem westlichen Europa bekannt ward, aus den östlichen Gegenden kam, und aus Egypten herstammen wollte, daher sie in manchen Europäischen Sprachen auch Egyptier genannt werden. Einigen neuern Entdeckungen zu Folge soll dieses Volk von der Indostanischen Gränze herstammen […]. Der Nahme ist aus dem Pers. Zengi, Türk. Tschingane, daher denn das Russ. und Ungar. Tzigan. In Niedersachsen nennet man sie Tatarn, weil man sie daselbst für Tartarischer Abkunft hielt.

So steht es in Adelungs „Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Sprache“, 4. Band, 1801. Wesentlich dezenter wird im Brockhaus Conversations-Lexikon 1809 von den Zigeunern gesprochen: Die Zigeuner, ein Volk, das sich von jeher einen Namen, wenn gleich nicht von der besten Art, gemacht hat, wurde zuerst ungefähr 1417 bekannt. […] Sie führen bekannter Maßen eine unabhängige freie Lebensart, lieben Musik und Tanz, und verdienen sich damit, so wie durch ihre Wahrsagekünste, wohl auch durch Handarbeit ihr Brot. […] Auch haben sich die Regenten (Catharina II. Maria Theresia, Joseph II.) viel Mühe gegeben, das Volk nach und nach zur Feldarbeit oder zu Handwerken, auch zum Kriegsdienst anzugewöhnen, oder sie den übrigen Nationen einzuverleiben; allein noch scheinen diese Zwecke nicht sehr erreicht worden zu sein.

Insgesamt neutral wird auch 100 Jahre später in Meyers Großem Konversations-Lexikon über die Zigeuner informiert; es finden sich jedoch kritische Untertöne. Und dann liest man schwarz auf weiß: Die Z. fanden anfangs wohl überall eine gute Aufnahme, wurden aber infolge ihrer Betrügereien und Diebstähle bald auf das grausamste verfolgt, ohne daß man jedoch das unheimliche Volk auszurotten vermochte. (Band 20, 1909 – zwei Schreibfehler von mir korrigiert)

Die Zigeuner blieben über Jahrhunderte in allen Ländern Fremde und wurden schlecht behandelt, oft verfolgt, am schlimmsten weil systematisch im Dritten Reich. So ist in den letzten Jahrzehnten ein Streit um den Namen „Zigeuner“ entstanden, den man politisch korrekt jetzt durch „Roma“ ersetzen soll, wie man breit im Wikipedia-Artikel (und im DWDS) nachlesen kann. Dagegen gibt es aber auch von Seiten der Zigeuner Widerstand, wie Rolf Bauerdick berichtet.

Die Zigeuner/Roma waren also überall Fremde, damit Außenseiter und aller Untaten verdächtig. Das zeigt sich in Sprichwörtern, wo man die Meinung des Volks unzensiert hört – die zweite Perspektive (Quelle ist Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon Bd. 5, 1880):

Den Zigeuner betrügt der Jude, den Juden der Grieche und den Griechen der Teufel. (Hier werden verschiedene Betrügergruppen genannt, unter denen Zigeuner nicht einmal die schlimmsten sind.)

Der Zigeuner verkauft um einen Groschen seine Seele und um einen Heller seine Tochter. (Vielleicht wird im ersten Satz darauf angespielt, dass Zigeuner sich ohne große Bedenken verschiedenen Religionen anpassten, wenn es günstig war. Gegen den zweiten Satz steht das Sprichwort: Ein Zigeuner hat sein Kind lieb, und wäre es auch schwarz, wie der Satan. Dieses Sprichwort kann man übrigens auf jede Mutter und jeden Vater übertragen.)

Was dir ein Zigeuner gestohlen, kann nur ein anderer wieder holen.

Wenn der Zigeuner nicht stiehlt, er nicht als Mensch sich fühlt. (Diese beiden Sprichwörter brauchen nicht kommentiert zu werden; sie schlagen sich im Meyers-Artikel nieder und man fragt sich, ob das bloß Vorurteile sind oder Urteile, die vielleicht doch auf vielfacher Erfahrung beruhen oder, wie in Schnurres Erzählung „Jenö war mein Freund“ vermutet wird, auf einem anderen Eigentumsbegriff.)

Bemerkenswert ist nun, dass in der Aufklärung das „Lob der Zigeuner“ durch Friedrich Hagedorn (1708-1754) erklingt: Ihre andersartige Lebensweise gilt – hier noch etwas hölzern – als vorbildlich, die dritte Perspektive:

Uraltes Landvolk, eure Hütten

Verschont der Städter Stolz und Neid;

Und fehlt es euch an feinen Sitten,

So fehlt’s euch nicht an Fröhlichkeit,

Ihr scherzt auf Gras und unter Zweigen,

Ohn‘ allen Zwang und ohne Zeugen.

[…]

Ihr rennet nicht nach hohen Ehren:

Ihr wünscht euch nicht an Titeln reich.

Kein Zwiespalt in geweihten Lehren,

Kein Federkrieg verhetzet euch.

Ihr seid (was kann den Vorzug rauben?)

Von Einer Farb‘ und Einem Glauben.

Das schönste Zigeuner-Gedicht stammt von Nikolaus Lenau (1802-1850):

Die drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich einmal

Liegen an einer Weide,

Als mein Fuhrwerk mit müder Qual

Schlich durch sandige Heide.

 

Hielt der eine für sich allein

In den Händen die Fiedel,

Spielte, umglüht vom Abendschein,

Sich ein feuriges Liedel.

 

Hielt der zweite die Pfeif im Mund,

Blickte nach seinem Rauche,

Froh, als ob er vom Erdenrund

Nichts zum Glücke mehr brauche.

 

Und der dritte behaglich schlief,

Und sein Zimbal am Baum hing,

Über die Saiten der Windhauch lief,

Über sein Herz ein Traum ging.

 

An den Kleidern trugen die drei

Löcher und bunte Flicken,

Aber sie boten trotzig frei

Spott den Erdengeschicken.

 

Dreifach haben sie mir gezeigt,

Wenn das Leben uns nachtet,

Wie mans verraucht, verschläft, vergeigt

Und es dreimal verachtet.

 

Nach den Zigeunern lang noch schaun

Mußt ich im Weiterfahren,

Nach den Gesichtern dunkelbraun,

Den schwarzlockigen Haaren.

Hier spricht der Romantiker, der auch noch weitere Zigeuner-Gedichte verfasst hat (http://www.zeno.org/Literatur/M/Lenau,+Nikolaus/Gedichte/Gedichte/Fünftes+Buch/Mischka), ebenso wie Georg Friedrich Daumer (http://www.zeno.org/Literatur/M/Daumer,+Georg+Friedrich/Gedichte/Hafis/Poetische+Zugaben/Zigeunerisch, 1846).

Mein Fazit: Man darf auch heute noch „Zigeuner“ sagen, wenn man das Wort nicht abschätzig verwendet.

Man findet die alten Belege (und viele schöne Sagen und Märchen zum Thema), wenn man bei http://www.zeno.org in der Suchmaske das Wort Zigeuner eingibt; siehe zum Beispiel https://also42.wordpress.com/2019/11/05/geschoepf-sein-theorie-oder-erfahrung/. Vgl. auch diese Zigeunergeschichte!

Deutsche Märchen bei den Nazis

Wie in den braunen 1000 Jahren Märchen gedeutet bzw. eher paraphrasiert wurden, kann man in folgendem Buch nachlesen: https://archive.org/details/HoffmannFritzHugoDeutscheMaerchenUndIhreDeutungDeutschjugendVerlag1934_201702/page/n3

Diese Nazi-Deutung ist ein wunderbares Besipiel dafür, wie etwas in den Text hineininterpretiert wird, was nicht darin steht.

 

H. Broch: Die Schuldlosen – gelesen

Die Schuldlosen“ ist ein eigenwilliger „Roman in elf Erzählungen“, die auf die Jahre 1913 / 1923 / 1933 datiert sind, die meisten auf 1923. Die verschiedenen Handlungen spielen in Deutschland und sind mehr oder weniger deutlich miteinander verknüpft; Ausgangspunkt waren fünf alte Novellen, die später überarbeitet und durch weitere Geschichten ergänzt und verbunden wurden. Das Thema ist das „schuldlose“ Leben der Figuren, die jeweils auf ihre Weise ihr Leben verfehlen und so schuldig werden und Sühne leisten müssen – sie sind der Nährboden, auf deren Gleichgültigkeit die Hitlerei sich durchsetzen kann.

Die Hauptfigur ist Andreas, ein holländischer ehemaliger Diamantenhändler, der nebenbei immer viel Geld verdient und sich in die Sohnesrolle bei einer verwitweten Baronin flüchtet; in deren Haus regiert unausgesprochen die hinterlistige Magd Zerline, welche die jüngferliche Tochter der Baronin gegen Melitta, für zwei Tage die Geliebte Andreas‘, aufhetzt, welche Melitta dann in den Tod treibt. Eine andere Hauptfigur, über Andreas mit dem Geschehen verbunden, ist Herr Zacharias, ehemaliger Hilfslehrer für Mathematik, später Studienrat – ein autoritärer Charakter, ein widerlicher Spießer als Typ des absoluten Durchschnitts. Allein schon die beiden Novellen, in denen Zacharias agiert („Methodisch konstruiert“ und „Die vier Reden des Studienrats Zacharias“), lohnen die Lektüre des Romans, und wem dieser unzugänglich ist, sollte die Novellen gesondert lesen.

Die Erzählungen zu den drei Jahren 1913, 1923, 1933 werden jeweils durch ein längeres Gedicht eingeleitet; nicht nur die einleitende Parabel von der Stimme“, sondern auch die Erzählungen selber sind von einer eigenwilligen Sein-und-Nichts-Mystik gefärbt, mit der der Autor die absolute ethische Verpflichtung zu einem authentischen Leben verdeutlichen will – als Akt der Sühne ist der Selbstmord des Andreas zu verstehen.

In dem von Paul Michael Lützeler herausgegebenen Suhrkamp-Band tragen die Kommentare Hermann Brochs zum Verständnis des Romans mehr bei als der schwache Artikel in der Wikipedia.

zu Broch: http://www.pointernet.pds.hu/kissendre/germanisztika/20050409201044406000000413.html

http://forvm.contextxxi.org/_hermann-broch_.html

http://stefanieweiss.tk/author/hermann-broch/?page=2 (Bücher Brochs herunterladen)

der Roman:

http://www.literaturepochen.at/exil/multimedia/pdf/brochhandlung.pdf (Broch: Die Handlung [des Romans])

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schuldlosen (Schwächen im Verständnis des Romans)

http://www.lostinfactsandfiction.de/hermann-broch-die-schuldlosen/ (kritisch)

Die_Gleichgultigkeit_als_ethische_Schuld_in_Hermann_Brochs_Die_Schuldlosen.pdf (Die Gleichgültigkeit als ethische Schuld in Hermann Brochs Die Schuldlosen)

http://www.solon-line.de/2014/06/30/stimme-und-blick-gleichgueltigkeit-und-antwortfaehigkeit/ (Stimme und Blick, Gleichgültigkeit und Antwortfähigkeit. Hermann Brochs Roman „Die Schuldlosen“ und die Krise Europas)

https://www.academia.edu/34654124/09.HainzDTP1.pdf (Martin A. Hainz: Handlungsmelodik? (An-)Ästhetiken in Brochs Schuldlosen)

https://d-nb.info/105972443X/34 (Mythos und Mathematik. Hermann Brochs Roman Die Schuldlosen und seine Essays)

http://www.goldbergstiftung.org/file/broch.pdf (Musikalische Zeit und Zeichen-Raum in Brochs Roman Die Schuldlosen und Mozarts Don Giovanni)

Mark Jones: Am Anfang war Gewalt (2017) – gelesen

Mark Jones hat in seinem Buch die Spirale der Gewalt gezeichnet, die nach der relativ friedlichen Revolution im November 1918 zu immer schrecklicheren Morden in Deutschland führte; er sieht die Schuld weitgehend bei der SPD-Regierung, speziell bei Gustav Noske, die mit übertriebener Härte auf Gerüchte und Ängste vor einem kommunistischen Umsturz reagiert habe. Methodisch bezieht er sich dabei auf Georges Lefebvre, der mit diesem Ansatz die Revolution von 1789 untersucht hatte. Die von der Regierung gedeckte Brutalität sei eine der Ursachen für die Hemmungslosigkeit gewesen, die sich dann im Dritten Reich entfaltet habe.

Das Buch ist gut lesbar, da Jones immer wieder auf akribisch untersuchte Einzelfälle von Gewaltausübung zurückgreift; darüber treten die großen Linien der Revolution 1918/19 und ihre Einbettung in die Kriegs- und Nachkriegspolitik zurück. – Es gibt eine Reihe vorzüglicher Rezensionen (s. unten), mit deren Verfassern ich nicht mithalten kann. Was ich persönlich vermisst habe, sind Überlegungen zur Frage, wie eine Revolution ohne Gewalt auskommen könnte. Wie verengt der Blickwinkel des Autors ist, sieht man, wenn man bloß die Einführung in Ian Kershaws Buch „Höllensturz. Europa 1914 bis 1949“, 2016, liest.

https://www.perlentaucher.de/buch/mark-jones/am-anfang-war-gewalt.html (Übersicht)

http://www.sehepunkte.de/2017/10/30581.html (detailliert)

https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-25865 (detailliert, kritischer) = http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=27742&view=pdf&pn=rezensionen&type=rezbuecher

https://www.sueddeutsche.de/kultur/geschichte-stunden-der-abrechnung-1.3528653 (Jens Bisky)

https://sezession.de/58302/gewalt-wo-wer-wann (sehr kritisch)

https://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/gewalt-in-der-weimarer-republik-manchmal-muss-es-revolution-sein/19956342.html (sachlich-kritisch)

http://library.fes.de/pdf-files/afs/81867.pdf

und weitere Beiträge

Emil. Tagebücher aus der Weimarer Republik (2018) – gelesen

Mit diesem Comic haben Ludger Grevelhörster (Text) und Rüdiger Trebels (Bilder) eine leicht lesbare Übersicht über die Weimarer Republik gegeben; verfasst ist sie für Schüler (etwa Sek. I), die noch keine Ahnung vom Thema haben. Grevelhörster ist Lehrer, und das merkt man dem Text doppelt an: Die Konstruktion des Textes ist gut; ein Schüler (mit Familie, Kameraden und Freundin) entdeckt auf dem Speicher die Tagebücher seines Urgroßvaters. Die Tagebücher sind wieder von einem Jungen bzw. jungen Mann (mit Kameraden und Freundin) geschrieben; in ihnen wird direkt gelesen, aber die berichtete Geschichte wird dann schnell selbst dargestellt.

Durch die Form des Tagebuchs wird auch die Beschränkung der Themen gerechtfertigt: Matrosenaufstand und Revolution 1918/19, Versailler Vertrag, Ruhrkrise 1923, Inflation 1923; Weltwirtschaftskrise 1929 und der Vormarsch der Radikalen bis 1933. Sachlich ist diese Auswahl natürlich einseitig, sie ergibt sich aus der unausgesprochenen didaktischen Fragestellung des Lehrers: „Wie kam es zum Dritten Reich?“ Die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, die kluge Außenpolitik, der Aufschwung der Wirtschaft und des Kinos, Brecht und Kästner und George Grosz und das Bauhaus und die Emanzipation der Frauen und die Musik und Goebbels und der Staatsstreich in Preußen und vieles andere fehlen.

Kurze Infotexte ergänzen gelegentlich die gezeichneten Berichte. Ich habe immerhin verstanden, warum die Kommunisten im Januar 1919, wenige Tage vor den allgemeinen Wahlen, geputscht haben: Sie wollten die Wahlen verhindern. Ganz unschuldige Märtyrer waren also Luxemburg und Liebknecht nicht, auch wenn man sie deshalb nicht gleich ermorden musste.

Das Buch gibt es derzeit kostenlos bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW (www.politische-bildung.nrw.de).

Henriette Herz und Rahel Varnhagen, ihre Salons

Henriette Herz („Ihr Leben und ihre Erinnerungen. Hrsg. von Julius Fürst“, 2. Auflage Berlin 1858) erklärt u.a., wie die berühmten Berliner Salons um 1800 entstanden sind:

  • Moses Mendelssohn hatte die Juden dazu angeregt, sich deutsche Bildung und Gesittung anzueignen.

  • Die Männer beschäftigten sich meistens mit der Philosophie.

  • Die Frauen, angeregt durch Mendelssohns „Briefe, die neueste Literatur betreffend“, interessierten sich mehr für die schöne Literatur.

  • Die Sorge der Eltern, dass die Kinder sich dadurch dem traditionellen Judentum entfremden könnten, waren bei den reicheren Juden nicht so stark ausgebildet wie bei den anderen.

  • Zunächst wurden Dramen in Häusern reicher Juden aufgeführt.

  • Die Mädchen lernten Französisch und kamen so der französischen Literatur näher. Sie konnten für die Helden ihrer Romane schwärmen.

  • Die jüdischen Mädchen heirateten früh und zogen ihre Männer wie auch gemeinsame Bekannte in das Gespräch über die neue Literatur hinein, für deren Verständnis es keine jüdische Tradition gab, was zur großen Freiheit der Gespräche beitrug.

  • Den bedeutendsten Zirkel schuf Rahel Levin, später verheiratete Varnhagen, die sich durch „die Wärme ihres Geistes und Herzens“ sowie persönliche Reife auszeichnete (S. 125).

  • In den christlichen Häusern trafen sich bisweilen einzelne Gelehrte, aber das war eine Sache weniger Männer. Nur bei Nicolai gab es gelegentlich eine geladene Gesellschaft; „aber ein eigentliches Haus machte auch Nicolai nicht ungeachtet er die Mittel dazu besessen hätte“ (S. 126 f.).

  • Nur der jüdische Gelehrte Moses Mendelssohn machte ein Haus derart, „daß Freunde und Eingeführte auch ungeladen gastlichen Empfanges sicher sind“ (S. 127).

  • Einen christlichen bürgerlichen Mittelstand gab es kaum, nur einige reiche Kaufleute „Es gab da viele ehrenwerthe Familientugenden, aber jedenfalls noch mehr geistige Beschränktheit und Unbildung“ (S. 128), und ärmere Beamte.

  • Der Hof beschränkte sich auf einige adelige Angehörige mit ihren traditionellen Festen.

  • Trotz der gegen die Juden herrschenden Vorurteile kamen dann die, welche „auf dem Wege mündlichen Ideenaustausches geistige Förderung suchten“ (S. 130), in die Häuser der reichen Juden, in denen es zudem „zum Theil sehr schöne Mädchen und Frauen“ (S. 130) gab.

  • In diese Kreise wurden nach und nach alle bedeutenden jungen Männer Berlins einbezogen, worauf sich ihnen auch viele ältere anschlossen. Der Geist dieser Versammlungen drang „in die Gesellschaften selbst der höchsten Sphären Berlins“ ein (S. 132)

In die Salons der schönen Henriette und der geistreichen Rahel kamen die Gebrüder Humboldt, Schleiermacher, Arndt, Friedrich Gentz, Schlegel, Prinz Louis Ferdinand und viele andere.

Henriette Herz beanspruchte nicht, gelehrt zu sein, war sich aber bewusst, dass sie sich in den Kreisen der besseren, „urteilsfähigen“ Gesellschaft bewegte; die unteren Klassen würden ja „leider meist nur durch dunkle Gefühle und Leidenschaften bestimmt“ (S. 263). Als sie Jahrzehnte später, verarmt, ihre Erinnerungen veröffentlicht, beklagt sie den Verfall der feinen Sitte ihrer Jugendzeit: „Die Frauen herrschen nicht mehr in der Gesellschaft, die Interessen der Männer drehen sich in derselben nicht mehr um sie, – da steckt der Fehler. Denn für die feine Geselligkeit sind nur die Frauen eigentlich bildend. Wir sind überhaupt in der Geltung gesunken.“ (S. 264)

Für Germanisten ist interessant, wie sie das plötzliche Interesse an der deutschen Literatur erklärt: Nach Preußens Niederlage gegen Napoleon (Tilsiter Frieden, 1807) legten die gebildeten Klassen in einer Art Opposition die französische Literatur beiseite und griffen zur deutschen (S. 310), speziell zur altdeutschen, die man von romanischen Einflüssen frei glaubte. Als Episode erzählt sie, wie unterschiedlich französische Besatzer und Deutsche die Aufführung des Marionettenspiels „Faust“ erlebten (S. 311 f.). Parallel gab es die politischen Reformen des Freiherrn von Stein, die ein neues Staatsbewusstsein (statt bloßer Anhänglichkeit an den König) bewirkten (S. 312 ff.).

Die Erinnerungen der Henriette Herz (s.o.) werden durch eine Biografie von knapp 80 Seiten eingeleitet; die 22 Aufsätze sind gut zu lesen; sie enthalten viele persönliche Beobachtungen der Herz, die auch recht spitz urteilen konnte, was die Lektüre oft auflockert.

Henriette Herz:

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/henriette-herz/

https://www.deutsche-biographie.de/sfz30409.html#adbcontent

https://www.deutsche-biographie.de/sfz30409.html#ndbcontent

https://www.die-andere-bibliothek.de/Originalausgaben/Henriette-Herz-in-Erinnerungen-Briefen-und-Zeugnissen::630.html

Rahel Varnhagen:

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/rahel-varnhagen-von-ense/

https://www.deutsche-biographie.de/sfz50845.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rahel_Varnhagen_von_Ense#Werke

https://de.wikipedia.org/wiki/Rahel_Varnhagen_(Arendt)

http://www.varnhagen.info/

https://archive.org/details/bub_gb_zkw6AAAAcAAJ/page/n9 (Galerie von Bildnissen aus Rahel’s Umgang und Briefwechsel, 1836)

Heinrich Heines Autobiografie (1888) – gelesen

Heinrich Heine‘s Autobiographie. Nach seinen Werken, Briefen und Gesprächen. Herausgegeben von Gustav Karpeles, Berlin 1888. Karpeles, der Heines Werke herausgegeben hatte, hat hier eine Fleißarbeit vorgelegt, bei der er sich auf seine Gesamtausgabe der Werke stützen konnte. Man hört also auf knapp 600 Seiten dauernd die Stimme Heines, was ebenso belebend wie auf die Dauer ermüdend ist.

Heine zählte sich selbst zu den „exceptionellen“ Zeitgenossen (Brief an Alexander von Humboldt, 11. 1. 1846). Am stärksten haben mich die Erzählungen Heines von seiner Kindheit und Jugend berührt, etwa wie er im Schlossgarten die Marmorstatue der nackten Göttin küsste; wie er nach der Beschreibung seines Großonkels reflektiert, dass es eine Solidarität der Generationen und der Völker gibt, „und die ganze Menschheit liquidiert am Ende die große Hinterlassenschaft der Vergangenheit…“; was er von der zauberkundigen Göchin erzählt und davon, wie er das rote Sefchen geküsst hat.

Man findet viel Witz und viele Wortspiele bei Heine; als Beispiel zitiere ich die letzte Strophe des Hamburg-Gedichts „Sei mir gegrüßt, du große“: „Die Thore [Hamburgs, N.T.]  jedoch, die ließen / Mein Liebchen entwischen gar still; / Ein Thor ist immer willig / Wenn eine Thörin will.“ In einem Brief an August Ewald (25. 1. 1837) deutet er an, dass er sich dauernd um seine Frau kümmern müsse; gegen seine alte Meinung, „daß man in der Liebe besitzen müßte“, lobt er jetzt das Platonische; „es verhindert einen nicht, am Tage zu träumen und des Nachts zu schlafen, und jedenfalls ist es nicht sehr kostspielig“.

Ein Thema für sich ist Heines Verhältnis zu Goethe (vgl.  „Goethe in Heine’s Werken, dargestellt von Walter Robert-Tornow“, 1883) ; so variiert Heine mehrfach das Motiv der „zwei Seelen … in meiner Brust“ mit den Stichworten schwärmerische Begeisterung / Lebensgenuss (Brief an Moser vom 1. Juli 1825) oder Streben in die weite Welt / Sehnsucht nach der wohlbekannten Stube Deutschland (über „London“). „Im Grunde aber sind ich und Goethe zwei Naturen, die sich in ihrer Heterogenität abstoßen müssen.“ (Brief an Moser, s.o.) So ist die rühmende Beschreibung Goethes, die er nach seinem Besuch bei ihm im Oktober 1824 verfertigt, nicht ohne Ironie geschrieben; er bescheinigt dem Alten Genie, nennt ihn göttlich, hat ihm seine eigenen Schriften zukommen lassen, vergleicht ihn mit Zeus, aber dann „blickte ich unwillkürlich zur Seite, ob ich nicht auch neben ihm den Adler sähe mit den Blitzen im Schnabel“, um ihm im Gespräch die sächsischen Pflaumen zu loben: Satire pur.

Echte Widersprüche findet man aber auch. 1831 beendete Heine die langjährige Freundschaft mit Moses Moser: „Du verstehst es [mein Leben und Streben, N.T.] noch nicht, hast nie mein Leben und Streben verstanden, und unsere Freundschaft hat daher nicht aufgehört, sondern vielmehr nie existiert.“ (Brief vom 27. Juni 1831) In einem Brief vom 8. November 1836 bittet er Moser jedoch wieder um Geld. Direkt lustig ist es, wenn Heine an seinen Verleger Campe schreibt, er habe in der Bretagne „die köstlichsten Volkslieder“ gesammelt (Brief vom 14. September 1840), während er an anderer Stelle bekennt: „Von den schönen Volksliedern, die ich dort zu sammeln gedachte, vernahm ich keinen Laut.“

Man findet also viele Perlen, aber man muss sich durch dicke Schichten des Immergleichen (Kopfschmerzen, Augenleiden, Geldmangel, Verleumdungen, literarische Fehden, Projekte und Auseinandersetzungen mit Verlegern) wühlen, um sie zu finden. Dabei denkt man dann an die Vorteile einer Biografie, die ein Fremder verfasst hat, der die mühevolle Arbeit des Suchens bereits erledigt hat und einem die Perlen in schöner Anordnung zeigt. Wenn man aber Aufklärung über die Entstehung bestimmter Werke sucht, findet man sie in dem in fünf große Abschnitte eingeteilten Buch: Kindheit und Jugend / Studentenjahre / Wanderjahre / Im Exil / Die Matratzengruft; diese Abschnitte sind übersichtlich in 58 Kapitel unterteilt. Für einen Heine-Freund ist das Buch ein großes Geschenk.

Heine, Werke (mit Kommentaren):

https://archive.org/details/heinrichheiness01hein/page/n7 (E. Elster)

https://archive.org/details/heinrichheiness02hein/page/n6 Bd. 2

https://archive.org/details/heinrichheiness03hein/page/n7 Bd. 3

https://archive.org/details/heinrichheiness04hein/page/n6 Bd. 4

https://archive.org/details/heinrichheiness05hein/page/n6 Bd. 5

https://archive.org/details/heinrichheiness06hein/page/n6 Bd. 6

https://archive.org/details/heinrichheiness06hein/page/n6 Bd. 7

https://archive.org/details/werkehein01heinuoft/page/n12 (Friedemann, 1.)

https://archive.org/details/werkehein05heinuoft/page/n14 2.

https://archive.org/details/werkehein09heinuoft/page/n10 3.

https://archive.org/details/werkehein09heinuoft/page/n10 4.

Unter „Sämtliche Werke“ findet man mehrere Ausgaben:

https://archive.org/details/smtlichewerkei01heinuoft/page/n7 (Insel 1911)

https://archive.org/details/smtlichewerkei02heinuoft/page/n8 2.

https://archive.org/details/smtlichewerkei03heinuoft/page/n8 3.

https://archive.org/details/smtlichewerkei04heinuoft/page/n8 4.

https://archive.org/details/smtlichewerker05heinuoft/page/n8 5.

https://archive.org/details/smtlichewerkei06heinuoft/page/n6 6.

https://archive.org/details/smtlichewerkei07heinuoft/page/n7 7.

https://archive.org/details/smtlichewerkei08heinuoft/page/n6 8.

https://archive.org/details/smtlichewerkei09heinuoft/page/n6 9.

https://archive.org/details/smtlichewerkei10heinuoft/page/n8 10.

https://archive.org/details/smtlichewerkei00heinuoft/page/n8 Register

u.a.

F. Douglass: Sklaverei und Freiheit, 1860 – gelesen

Von einem eindrucksvollen Buch ist zu sprechen, von

Frederick Douglass: Sklaverei und Freiheit. Autobiographie, 1855, deutsch 1860. Der Autor wurde 1817 als Sklave geboren, lebte als Kind bei seiner Oma, wurde dann als Aufpasser für einen weißen Jungen beschäftigt und schließlich von mehreren Sklavenaufsehern und Herren als Sklave schikaniert, ausgebeutet und misshandelt, bis ein erster Fluchtplan verraten wurde. Er hatte lesen und schreiben gelernt (großenteils heimlich) und einmal sich gegen den Übergriff eines Aufsehers körperlich gewehrt, was ihm großes Selbstvertrauen, eine größere innere Freiheit und damit auch die Fähigkeit nachzudenken bescherte. Wie seine Flucht nach New York 1838 gelang, verschweigt Douglass, um nicht anderen Leidensgenossen diesen Fluchtweg zu verbauen.

Der Autor erzählt nicht nur anschaulich von seinen Erlebnissen als Sklave, sondern reflektiert auch die Bedingungen der Sklaverei. Eindrucksvoll sind seine Überlegungen, ob Sklavenhalter schlechtere Menschen als andere sind: Es sei das System, das sie zu Unmenschlichkeit und Schinderei ermächtige; unter zivilen Umständen wären sie vermutlich ganz biedere Bürger – ein Gedanke, den man als Deutscher leicht mit den Untaten der Nazis in Verbindung bringt.

Nach seiner Flucht arbeitete er einige Jahre in New York und heiratete; er engagierte sich als Redner im Kampf gegen die Sklaverei und fuhr, um der Verfolgung durch Sklavenjäger zu entgehen, für einige Jahre nach England, wo er gleichfalls für das Ende der Sklaverei eintrat. Dort sammelten Freunde dann Geld, um ihn regelrecht loszukaufen, damit sein Status als freier Mann gesichert sei. Nach seiner Rückkehr in die USA gründete er gegen den Rat seiner Freunde eine eigene Zeitung, in der er seine Ideen verbreiten konnte.

Douglass hat ein kluges Buch geschrieben, das auch zum Nachdenken über die Situation und die Erfahrungen derer anregt, die vor unmenschlichen „Lebensbedingungen“ im 21. Jahrhundert fliehen. Man muss leider Frakturschrift lesen können, um in den Genuss des Buches zu kommen: Wäre es kein Lebensbericht, wäre es ein Bildungsroman.

Dickens: David Copperfield – ein Versuch, den Roman zu erfassen

Ein großer Roman, unbedingt lesenswert!

Ich versuche, eine Inhaltsangabe zu schreiben, nach Kapiteln geordnet, um zu sehen, ob das bei diesem Roman, der weithin aus Gesprächen besteht, überhaupt sinnvoll ist:

1 David („ich“) wird an einem Freitag um 24.00 Uhr in Blunderstone geboren. Sein Vater ist bereits verstorben; die Tante Miss Trottwood, die sich auf die Geburt eines Mädchens versteift hat, reist empört ab.

2 Erste Erinnerungen Davids. Die Mutter lernt einen neuen Mann kennen, den David nicht mag; er kommt öfter (Mr. Murdstone) und reitet mit David (D) über Land. D reist mit der Haushälterin Pegotty zu Pegottys Bruder.

3 Sie fahren nach Yarmouth, Ham begrüßt sie dort; die Pegottys wohnen in einem Schiffshaus. D freundet sich mit Emilie an. Als Pegotty mit D wieder in Blunderstrone ankommt, ist die Mutter verheiratet.

4 Es gibt Unstimmigkeiten mit dem neuen Vater; die Mutter wird von ihrer Schwägerin, Miss Murdstone, entmündigt, ebenso von ihm Mann unterdrückt. D kann unter diesem Terror nicht lesen und rechnen. Er rettet sich in die fiktiven Welten seiner Bücher. Er wird geprügelt, beißt den Vater, bekommt Stubenarrest. Nur Pegotty ist zärtlich zu ihm. Er wird zu einer Schule in London geschickt.

5 Er fährt mit Barkis und bekommt einen Auftrag an Pegotty. Beim Essen in einem Gasthaus wird er ausgenommen und auf der Reise schikaniert. Lehrer Mell holt ihn ab, er frühstückt bei Mells Mutter. Die Schule ist ein trostloses Gebäude, man hängt ihm ein Schild „Achtung! Er beißt!“ um.

6 Direktor Creakle stellt sich als Tyrann vor; D lernt Traddles und Steerforth kennen; er hört, was man ihm von der Schule erzählt.

7 Er bekommt die ersten Prügel von Creakle. Traddles ist der Prügelknabe schlechthin, Steerforth genießt viele Vorrechte. Da D die Geschichten seiner Bücher schön erzählen kann, kommt er unter Steerforth‘ „Schutz“. Nach einer Szene mit Steerforth wird Lehrer Mell entlassen. Mr. Pegotty und sein Neffe Ham besuchen D, sie schwärmen von Emilie.

8 In den Ferien reist D mit Barkis zurück nach Blunderstone, er bekommt einen weiteren Auftrag an Pegotty. Er hat ein neues Brüderchen, die Mutter ist bedrückt, sie verteidigt aber die Murdstones. D ist v.a. Miss Murdstone nicht willkommen; er wird schikaniert und fährt wieder zur Schule.

9 Als die Mutter stirbt, fährt D heim, kehrt beim Bestatter Mr. Omer ein. Das Brüderchen ist ebenfalls gestorben; Begräbnis der Toten. Pegotty erzählt D von Mutters Tod.

10 Pegotty wird entlassen, sie fährt mit D nach Yarmouth; Barkis wirbt linkisch um Pegotty. Man fährt zu Mr. Pegotty und Emilie. D erzählt von Steerforth, alle wollen ihn sehen. Barkis wirbt offen um Pegotty. Bei einem Ausflug mit Pegotty, Barkis und Emilie heiraten Barkis und Pegotty. D liebt Emilie und lebt bei deren Onkel, bis er wieder heimreist. Zu Hause wird er vernachlässigt. Schließlich wird er etwa als Zehnjähriger in das Weinkontor in London gegeben, um dort als Hilfsarbeiter zu schuften.

11 D arbeitet in der Fabrik und wohnt bei Micambers, die ein dürftiges Leben führen. Er verkauft Sachen der Micambers, für deren Lebensunterhalt; sie kommen wegen ihrer Schulden ins Gefängnis.

12 D ist voll Zuneigung zu Micambers, die London verlassen wollen, um ein neues Leben zu beginnen; deren Abreise. Pegotty hilft D mit Geld und der ungefähren Adresse seiner Tante. D macht sich auf die Reise zu ihr, man nimmt ihm unterwegs sein Geld und seinen Koffer ab.

13 D geht zu Fuß, muss aus Not seine Kleider verkaufen; ein Kesselflicker nimmt ihm auch dieses Geld und ein Halstuch ab. Er wird von Leuten veralbert, die er nach der Tante fragt, findet sie aber trotzdem. Sie nimmt ihn auf und berät sich mit Mr. Dick. Eine Marotte von ihr: Sie kämpft gegen Esel, die ihren Rasen betreten. D wird gebadet und bekommt zu essen.

14 Mr. Dicks Eigenheiten. Murdstone wird informiert und kommt mit seiner Schwester, sie werden unfreundlich empfangen. D will nicht zu Murdstone zurück, seine Tante liest den Murdstones die Leviten und wirft sie raus. Sie nennt D „Trottwood Copperfield“, er beginnt ein neues Leben.

15 Sie reist mit D zu Mr. Wickfield nach Canterbury, um sich wegen einer geeigneten Schule beraten zu lassen. D lernt den Schreiber Uriah Heep und Wickfields Tochter Agnes kennen; er hat eine Abneigung gegen Uriah.

16 Mit Wickfield geht man zu Dr. Strong in die neue Schule. Gespräche mit Wickfield und Uriah; das Leben in der neuen Schule; Dr. Strong als Mensch, die Vorgeschichte seiner Ehe mit einer jungen Frau wird erzählt. Abschied von deren Vetter Maldon, der offensichtlich nach dem Busen der Frau Strong gegriffen hatte (rotes Tuch).

17 Briefwechsel mit Pegotty; seine Tante oder Mr. Dick besuchen D regelmäßig. D besucht Heep und dessen Mutter zu Hause, deren widerliche Demut stößt ihn ab. D geht mit Micamber zu dessen Frau, später zum Mittagessen bei Micambers. Micambers Abschiedsbrief und Abreise.

18 In der Schule steigt D bald auf. Er verliebt sich kurz in Miss Shepherd und prügelt sich mit einem Fleischer. Er ist 17 Jahre alt und verliebt sich in Miss Larkins, die bald darauf heiratet. Beim nächsten Boxkampf mit dem Fleischer gewinnt D.

19 Ende der Schulzeit; Gespräch mit Agnes; Besuch mit Wickfield bei Dr. Strong, bei dem u.a. über Maldon gesprochen wird, der irgendwie versorgt werden soll – zweideutige Situation. D hat bezüglich Wickfields Zustand dunkle Ahnungen. Er reist nach Yarmouth, trifft Steerforth, der ihm sofort in einem Gasthaus ein besseres Zimmer besorgt.

20 Steerforth betrachtet ihn, „als ob du mein Eigentum wärst“, und nennt ihn Gänseblümchen (sich selbst „Lilie“). Man fährt zu Steerforths nach Hause. Die Mutter ist unglaublich stolz auf ihren Sohn, Miss Dartle ist ihre Gesellschafterin; deren Narbe am Mund.

21 Littimer, der Diener; D bleibt eine Woche bei Steerforth, fährt dann mit ihm nach Yarmouth; Überheblichkeit Steerforth‘s. Man kehrt bei Mr. Omer ein, bei dem die schöne Emilie jetzt in der Lehre ist. Dann reisen die beiden zu Mr. Pegotty, der unendlich an Emilie hängt; sie ist mit ihrem Vetter Ham verlobt. Differenzen mit Steerforth wegen dessen überheblicher Art.

22 Sie bleiben zwei Wochen in Yarmouth, D reist allein nach Blunderstone; Steerforth leidet einmal an sich selbst. Er hat sich ein Boot gekauft, Littimer ist ebenfalls gekommen. Miss Mowcher kommt und verschönert Steerforth. Martha, eine verfemte Frau, kommt zu Mr. Pegotty, sie will nach London und bekommt Geld. Emilie klagt sich undeutlich ihrer Schlechtigkeit an.

23 Brief der Tante, man reist ab, Littimer bleibt zurück. Es geht um die Berufswahl; die Tante schlägt vor, D solle Proktor werden; Steerforth erklärt D, was das ist, und rät ihm zu. D trifft die Tante in London, diese gibt einem „Unbekannten“ Geld. Die beiden gehen zu „Doktor Commons“, Spenlow nimmt D auf Probe in die Lehre (für 1000 Pfund Lehrgeld). Er bekommt ein Wohnung in Adelphi, bei Mrs. Crupp.

24 In der neuen Wohnung; Besuch bei Mrs. Steerforth. D lädt Steerforth und Genossen zum Essen ein, es gibt ein halb verunglücktes Gelage, man geht betrunken ins Theater, wo auch Agnes ist. Der Kater danach.

25 Agnes lädt D ein (zu Dr. Waterbrook); Agnes als sein „guter Engel“ warnt ihn vor Steerforth als seinem „bösen Engel“, D widerspricht ihr. Er hört von Agnes, dass Uriah ins Geschäft eintreten will, sie hat Sorge um den Vater, D solle zu Uriah nett sein. Waterbrook lädt zum Essen ein, Tischgespräche. D lädt Uriah zum Kaffe ein; der sagt, er habe Wickfield gerettet. Uriah hat Interesse an Agnes, D solle sich dem nicht widersetzen („meine Agnes“). Er bleibt über Nacht bei D.

26 Abschied von Agnes, die Lehre beginnt endgültig. Spenlow lädt ihn nach Hause ein, dort verliebt er sich in dessen Tochter Dora. Miss Murdstone ist deren von Dora abgelehnte Gouvernante. Am nächsten Morgen spricht D mit Dora, er denkt nur noch an Dora. Mrs. Crupp bemerkt, dass er verliebt ist.

27 D besucht Traddles, der berichtet von seiner Verlobten; Micambers wohnen im gleichen Haus wie Traddles, Frau M. Ist schwanger.

28 Micamber und Traddles kommen zu D zu einem reichlich verunglückten Essen, alle sind fröhlich, Littimer kommt und sucht Steerforth, bedient beim Essen. Micambers haben wieder tolle Pläne beim Punsch und vor allem Geldsorgen. Steerforth kommt mit einem Brief Pegottys: Es geht Darkis schlecht. D und Steerforth verabreden eine Reise nach Yarmouth. Brief Micambers: Er kann den Wechsel für Traddles nicht bezahlen. (…)

Ich bin ehrlich gesagt skeptisch, dass man so den Roman mit seinen 64 Kapiteln erfassen kann, und bitte die Leser um ihre Meinung dazu (Kommentar oder Mail).

Ich glaube, man wird dem Roman eher gerecht, wenn man die Struktur der Handlung erfasst:

1. David Copperfield, eine Halbwaise, kämpft zunächst um das Überleben als Person. Gegner sind der Stiefvater Murdstone nebst Schwester und Mr. Creakle, der prügelnde Schulleiter. Die wichtigsten Helfer sind die Haushälterin Pegotty und nach dem Tod der Mutter seine Tante, Miss Trottwood. Der „Schutz“ seines Schulkameraden Steerforth ist zweideutig.

2. David findet seinen Weg ins Leben, er wird über manche Umwege und viel Arbeit ein erfolgreicher Schriftsteller. Helfer sind seine Tante, Agnes Wickfield, die Eheleute Micamber und der ehemalige Schulkamerad Traddles.

3. David kämpft mit Traddles, Mr. Micamber und Mr. Dick gegen Uriah Heep, der als Angestellter Mr. Wickfield betrogen hat und dessen mit David befreundete Tochter Agnes an sich binden will. Ihr Sieg bedeutet das finanzielle Überleben Wickfields und Agnes‘ Freiheit.

4. David wird in den Kampf von Mr. Pegotty (Pegottys Bruder) gegen Steerforth, der seine Nichte Emilie verführt und mitgenommen hat, bzw. dessen Suche nach Emilie verwickelt; eine der Helferinnen ist Martha, eine verfemte Frau, die schließlich Emilie in London findet. Mr. Pegotty mit Emilie und Familie Micamber wandern aus, Steerforth findet in einem Sturm am Meer den Tod.

5. Als Mann findet David eine eingeschränkte Erfüllung in seiner Liebe zu Dora Spenlow und seiner Ehe mit ihr; nach deren frühem Tod ist er lange einsam, bis er sich schließlich doch mit seiner Seelenfreundin Agnes verständigt und sie heiratet.

6. Was aus den anderen Personen wird, ist für David Copperfields Geschichte weniger wichtig: Die Auswanderer schlagen sich in Australien durch, Micamber wird sogar ein angesehener Friedensrichter; Traddles heiratet und hat seine Verwandtschaft oft im Haus; Pegotty hatte geheiratet, ist verwitwet und lebt als alte Frau mit Miss Trottwood bei Copperfields, die drei Kinder haben.

Formal lebt der Roman

  • vom Humor, der an die Naivität Davids geknüpft ist und sich bis zur Satire steigern kann (etwa wenn David sich seiner nie geborenen Schwester Betty würdig erweisen soll, oder wenn Uriah und Littimer im Gefängnis die Reuigen spielen);
  • vom Prinzip der Wiederholung (etwa in den ewigen Geldsorgen der Micambers, ihrer demonstrativen ehelichen Liebe und dem unbelehrbaren Optimismus Mr. Micambers, oder Pegottys abendliches Stopfen, Miss Trottwoods Lob ihres Mister Dick und ihr Kampf gegen die Esel usw.);
  • von dem erneuten Auftauchen altbekannter Figuren (etwa wenn Miss Murdstone die Gouvernante Doras ist, Mr. Creakle auf einmal Gefängnisdirektor ist oder Traddles und Micambers „zufällig“ im gleichen Haus wohnen);
  • von den Kommentaren des Ich-Erzählers, der gelegentlich sein Erzählen reflektiert und als gereifter Mann viele Jahre später auf sein Leben zurückblickt.

Ich habe die alte Ausgabe des Insel-Verlags, die es auf archive.org zu sehen gibt, gelesen:

https://archive.org/details/davidcopperfield01dick/page/n35 (Kap. 1-29)

https://archive.org/details/davidcopperfield02dick/page/n5 (Kap. 30-64)

Bei Gutenberg-Spiegel gibt es zwei Übersetzung; die erste ist nicht gut, sie ist identisch mit dem Text bei zeno.org:

https://gutenberg.spiegel.de/buch/david-copperfield-teil-i-6796/2 (Ü: G. Meyrink, München 1910)

https://gutenberg.spiegel.de/buch/david-copperfield-teil-1-3430/6 (Ü: R. Zoozmann, 1909)

Bei den Ausgaben in Gutenberg-Spiegel stimmt die Kapitelzählung wie üblich nicht mit der Zählung des Autors überein, da Titel, Vorwort usw. als eigene Kapitel gezählt werden.

A. Stifter: Der Nachsommer – gelesen

Ich habe mich durch die alte Ausgabe des Insel-Verlags, die es auf archive.org zu lesen gibt, hindurchgekämpft, bis zum happy end, bis auf S. 782 – allerdings habe ich ein paar hundert Seiten sehr kursorisch „gelesen“. Das Buch ist im besten Sinne langweilig; abgesehen von Spaziergängen, autodidaktischen Kunstbemühungen des Ich-Erzählers, Restauration von Kunstwerken, Gesprächen über Kunst und geologischen Forschungen geschieht nicht viel, bis etwa nach 500 Seiten die Liebesgeschichte Heinrich Derndorfs, des Ich-Erzählers, dessen Name erstmals auf S. 738 fällt, Fahrt aufnimmt und sein väterlicher Freund, Freiherr Gustav von Risach, seine Lebensgeschichte erzählt – seine verhinderte Liebe zu Mathilde, die erst im Alter eine gewisse Erfüllung findet, also einen Nachsommer erfährt, ohne einen Sommer gehabt zu haben.

Der Ich-Erzähler blickt vom Ende des Geschehens her auf seinen Lebensweg zurück. Der Roman ist einmal ein Roman der Bildung Heinrichs, der zuerst nur ein Naturwissenschaftler war und sich vor allem durch geologische Studien und Kunst (rezeptiv und autodidaktisch produktiv), durch Wanderungen, durch Umgang in gehobenen Kreisen, durch Gespräche und eine große Reise bildet (und nicht zu arbeiten braucht, da er durch Vaters Geld abgesichert ist, auch auf verschiedenen Gutshöfen wochenlang kostenlos leben kann); es ist weiterhin ein Roman der verhinderten (Gustav – Mathilde) und der gelingenden Liebe (Heinrich – Natalie, Mathildes Tochter), die so keusch ist, dass selbst der heilige Aloysius dagegen als ein Wüstling erscheint – das einzige Mädchen, das es Heinrich vor Natalie angetan hat, ist eine Marmorstatue. Ich habe den Roman als Exemplar eines Bildungsromans gelesen – einmal und nie wieder!

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Nachsommer (teilweise vordergründig)

https://literaturkritik.de/id/8721 (sehr klug)

http://www.text-und-zeit.de/lit/stifter002.html (sehr klug)

http://www.jagenholz.de.rs/literatur/nachsommer (Beispiel einer Rezeption)

Wieland: Geschichte des Agathon – gelesen

Die „Geschichte des Agathon“ ist 1766/67 in zwei Teilen erschienen, wurde dann 1773 und noch einmal 1794 überarbeitet. Ich habe die dritte Fassung gelesen und sie grob mit der ersten Fassung verglichen: Die Bücher XIV – XVI sind zusätzlich entworfen worden: die Geschichte der Danae, wodurch sie rechtfertigt, dem Begehren Agathons nicht erneut nachzugeben; die Geschichte des Archytas und ein Überblick über sein philosophisches Weltbild; der kurze Bericht von einer Weltreise Agathons, die ihn endlich ganz reifen lässt und sein aufgeklärt-moralisches Weltbild vom Vorrang der täglichen Pflichterfüllung festigt. Wenn man ehrlich urteilt, kann man sagen, dass diese drei Bücher überflüssig sind und die endlosen Erläuterungen vom Vorzug der Tugend, von der Verderblichkeit der Wollust und vom Nutzen der schönen Künste bloß wiederholen. Geschichte des Agathon“ ist ohnehin ein kopflastiger Roman, in dem wenig gehandelt, aber viel geredet und vom Erzähler erklärt wird. Im zweiten der drei Teile (der Auflage von 1794) geht es etwas lebhafter zu, in der Mitte des dritten Teils ist der Schwung wieder dahin.

Geschichte des Agathon“ ist die Geschichte einer Desillusionierung des enthusiastischen Platonikers Agathon: die Begegnung mit seinem unbekannten Vater, mit dem Sophisten Hippias, mit der schönen Danae, mit dem Tyrannen Dionysius, mit der Familie des Archytas einschließlich seiner inzwischen verheirateten Schwester Psyche und mit der inzwischen zur Tugend bekehrten Danae. Dass er nach seinen negativen Erfahrungen als Kind in Delphi und als politischer Führer in Athen, die in II 7 und II 8 in der Vorgeschichte des Helden nachgetragen werden, immer noch so naiv ist, wie er im Streitgespräch mit Hippias sowie als Berater des Tyrannen Dionysius von Syrakus agiert, klingt nicht glaubhaft. Da ist der Autor seiner aufklärerischen Mission stärker als der psychologischen Wahrscheinlichkeit verpflichtet. Die Figur des ausschließlich den Dokumenten und der Wahrheit verpflichteten Erzählers bzw. Herausgebers und seine Einlassungen gegenüber dem Leser verdienten eine besondere Untersuchung.

Das Urteil des Erzählers über Danae vermittelt einen Eindruck vom Geist des Romans: „Eine schöne Seele kann sich verirren, kann durch Blendwerke getäuscht werden; aber sie kann nicht aufhören, eine schöne Seele zu sein. Laßt den magischen Nebel zerstreut werden, laßt sie die Gottheit der Tugend kennen lernen! Dies ist der Augenblick, wo sie sich selbst kennen lernt; wo sie fühlt, daß Tugend kein leerer Name, kein Geschöpf der Einbildung, keine Erfindung des Betrugs, – daß sie die Bestimmung, die Pflicht, die Wollust, der Ruhm, das höchste Gut eines denkenden Wesens ist.“ Zu dieser Einsicht werden Danae und Agathon geführt, und die Leser sollen sich ihnen bitte anschließen!

https://archive.org/details/werkeauswahlinze01wieluoft/page/n9 (Text der dritten Auflage, mit einem Lebensbild Wielands)

https://gutenberg.spiegel.de/buch/geschichte-des-agathon-4642/1 (Text der 1. Auflage)

www.zeno.org/Literatur/M/Wieland,+Christoph+Martin/Romane/Geschichte+des+Agathon/Erster+Teil/Vorbericht (dito)

https://www.youtube.com/watch?v=1PSpuD_l6Vo und

https://www.youtube.com/watch?v=2uwv2F5s2ps (Text vorgelesen)

https://wiki.zum.de/wiki/Geschichte_des_Agathon (Kurzübersicht mit vielen Zitaten – ein guter Eindruck vom Roman)

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Agathon (dürftige Übersicht)

http://wwwu.edu.uni-klu.ac.at/jpichler/wieland.html (Referat eines Studenten: Inhalt und Aufbau des Romans)

https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=4348 (Rezension)

https://www.iasj.net/iasj?func=fulltext&aId=67451 (Einführung, Analyse der Hauptgestalten)

http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/serien/hr/escripta/6_2013.pdf (Liebe und Sexualität im Roman)

https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland (C. M. Wieland)

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/lebensgeschichte-29 (dito)

Es gibt verschiedene Hörbücher und natürlich moderne Ausgaben des Textes.