Kafka: Die Verwandlung, Motiv: Vater-Sohn-Konflikt

Die Absätze aller drei Kapitel werden wieder mit arabischen Ziffern gezählt, damit Leser unterschiedlicher Ausgaben diese Untersuchung nutzen können.

Vorgeschichte: Gregor hat an einem ungeliebten, anstrengenden Beruf festgehalten, um die Schuld der Eltern an seinen Chef abzubezahlen (I 4-6). Er hält durch seine Arbeit die anderen aus, liefert seinen Verdienst fast vollständig ab (II 12); es hat sogar etwas Vermögen gebildet, welches der Vater verwaltet (II 12, 14)…

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

 

Ich nenne zum Schluss der Linkliste einige mehr oder weniger oberflächliche Untersuchungen zum Vater-Sohn-Konflikt in den beiden Erzählungen. Ich erinnere noch daran, dass Kafka selber 1913 die drei Erzählungen „Der Heizer“, „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ unter der Überschrift „Söhne“ herauszugeben vorgeschlagen hat; 1915 hat er dann die Erzählungen „Das Urteil“, „Die Verwandlung“ und „In der Strafkolonie“ unter dem Titel „Strafen“ zu veröffentlichen angeregt.

http://limotee.blogspot.de/2012/08/vater-sohn-konflikt.html (Vater-Sohn-Konflikt: das Motiv in der Literatur)

http://www.studentshelp.de/p/referate/02/6804.htm (Vater-Sohn-Konflikt in der Literatur)

http://www.lesekost.de/themen/HHLTH15.htm (dito: Titel, mit Sekundärliteratur)

http://www.erf.de/online/uebersicht/politik-und-gesellschaft/die-fuenf-tragischsten-vater-sohn-konflikte/2270-542-3775 (Fünf große Vater-Sohn-Konflikte)

http://www.kafkaesk.de/franz-kafka/kafka-familie-freunde/hermann-kafka/verhaeltnis-kafka-vater.html (Vater-Sohn-Konflikt als Zeitphänomen um 1900)

http://www.deutschlandfunk.de/ein-besonderer-vater-sohn-konflikt.700.de.html?dram:article_id=83592 (Vater-Sohn-Konflikt bei Thomas Mann)

http://www.huepertexte.de/cms/Joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=545&Itemid=53 (Vater-Sohn-Konflikt: U-Ideen)

http://www.academia.edu/6082144/Der_Vater_Sohn-Konflikt_als_Hauptthema_in_Franz_Kafkas_fru_hen_Erz%C3%A4hlungen (Der Vater / Sohn-Konflikt als Hauptthema in Franz Kafkas Frühen Erzählungen – Bachelorarbeit – ziemlich oberflächlich)

http://www.fvss.de/assets/media/jahresarbeiten/deutsch/Kafka.pdf (Vater-Sohn-Beziehung bei Kafka, Facharbeit einer Schülerin)

Vgl. auch https://norberto42.wordpress.com/2016/02/27/verwandlungen-als-kafkas-kernmotiv/ und https://norberto42.wordpress.com/2016/02/12/kafka-motiv-der-verwandlung/!

Advertisements

Verwandlungen als Kafkas Kernmotiv

Monika Schmitz-Emans: Poetiken der Verwandlung, Innsbruck 2008, schreibt über Kafkas Verwandlungsgeschichten: „Verwandlungen sind Kafkas Kernmotiv und zugleich das prägende Gestaltungsprinzip seiner Texte…“ (S. 160)

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

 

Kafka: Die Verwandlung // Brief an den Vater

Ich möchte einige Stellen aus Kafkas „Brief an den Vater“ (1919, erst postum veröffentlicht) zitieren, die zu Passagen in „Die Verwandlung“ in Beziehung gesetzt werden können. Ich habe also den Text des Briefs vorsortiert – arbeiten damit muss jeder selber. Ich greife auf die Ausgabe von 1994 (wikisource) zurück, weil dort die Abschnitte benennbar und relativ klein sind; die Ausgabe bei zeno.org hat immerhin eine Seitenzählung (Ausgabe 1950).

1. Der Vater wertet alle(s) ab:

„Nun behieltest Du ja mir gegenüber tatsächlich erstaunlich oft recht, im Gespräch war das selbstverständlich, denn zum Gespräch kam es kaum, aber auch in Wirklichkeit. Doch war auch das nichts besonders Unbegreifliches. Ich stand ja in allem meinem Denken unter Deinem schweren Druck, auch in dem Denken, das nicht mit dem Deinen übereinstimmte und besonders in diesem. Alle diese von Dir scheinbar unabhängigen Gedanken waren von Anfang an belastet mit Deinem absprechenden Urteil; bis zur vollständigen und dauernden Ausführung des Gedankens das zu ertragen, war [5c] fast unmöglich. Ich rede hier nicht von irgendwelchen hohen Gedanken, sondern von jedem kleinen Unternehmen der Kinderzeit. Man musste nur über irgendeine Sache glücklich sein, von ihr erfüllt sein, nach Hause kommen und es aussprechen und die Antwort war ein ironisches Seufzen, ein Kopfschütteln, ein Fingerklopfen auf den Tisch: „Hab auch schon etwas Schöneres gesehn“ oder „Mir gesagt, Deine Sorgen“ oder „ich hab keinen so geruhten Kopf“ oder oder „kein Ereignis!“ oder „Kauf Dir was dafür!“. Natürlich konnte man nicht für jede Kinderkleinigkeit Begeisterung von Dir verlangen, wenn Du in Sorge und Plage lebtest. Darum handelte es sich auch nicht. Es handelte sich vielmehr darum, dass Du solche Enttäuschungen dem Kinde immer und grundsätzlich bereiten musstest kraft Deines gegensätzlichen Wesens, weiter dass dieser Gegensatz durch Aufhäufung des Materials sich unaufhörlich verstärkte, so dass er sich schliesslich auch gewohnheitsmäßig [5d] geltend machte, wenn Du einmal der gleichen Meinung warst wie ich und dass endlich diese Enttäuschungen des Kindes nicht Enttäuschungen des gewöhnlichen Lebens waren, sondern, da es ja um Deine für alles massgebende Person ging, im Kern trafen. Der Mut, die Entschlossenheit, die Zuversicht, die Freude an dem und jenem hielten nicht bis zum Ende aus, wenn Du dagegen warst oder schon wenn Deine Gegnerschaft bloss angenommen werden konnte; und angenommen konnte sie wohl bei fast allem werden, was ich tat.

Das bezog sich auf Gedanken so gut wie auf Menschen. Es genügte, dass ich an einem Menschen ein wenig Interesse hatte – es geschah ja infolge meines Wesens nicht sehr oft – dass Du schon ohne jede Rücksicht auf mein Gefühl und ohne Achtung vor meinem Urteil mit Beschimpfung, Verleumdung, Entwürdigung dreinfuhrst. [6a] Unschuldige, kindliche Menschen wie z. B. der jiddische Schauspieler Löwy mussten das büssen. Ohne ihn zu kennen, verglichst Du ihn in einer schrecklichen Weise, die ich schon vergessen habe, mit Ungeziefer, und wie so oft für Leute, die mir lieb waren, hattest Du automatisch das Sprichwort von den Hunden und Flöhen bei der Hand. An den Schauspieler erinnere ich mich hier besonders, weil ich Deine Aussprüche über ihn damals mir mit der Bemerkung notierte: „So spricht mein Vater über meinen Freund (den er gar nicht kennt) nur deshalb, weil er mein Freund ist. Das werde ich ihm immer entgegenhalten können, wenn er mir Mangel an kindlicher Liebe und Dankbarkeit vorwerfen wird.“ Unverständlich war mir immer Deine vollständige Empfindungslosigkeit dafür, was für Leid und Schande Du mit Deinen Worten und mir [6b] zufügen konntest, es war, als hättest Du keine Ahnung von Deiner Macht. Auch ich habe Dich sicher oft mit Worten gekränkt, aber dann wusste ich es immer, es schmerzte mich, aber ich konnte mich nicht beherrschen, das Wort nicht zurückhalten, ich bereute es schon, während ich es sagte. Du aber schlugst mit Deinen Worten ohne weiters los, niemand tat Dir leid, nicht währenddessen, nicht nachher, man war gegen Dich vollständig wehrlos.“

2. Die Güte der Mutter:

„Es ist wahr, dass die Mutter grenzenlos gut zu mir war, aber alles das stand für mich in Beziehung zu Dir, also in keiner guten Beziehung. Die Mutter hatte unbewusst die Rolle eines Treibers in der Jagd. Wenn schon Deine Erziehung in irgendeinem unwahrscheinlichen Fall mich durch Erzeugung von Trotz, Abneigung oder gar Hass auf eigene Füsse hätte stellen können, so glich das die Mutter durch Gut-sein, durch vernünftige Rede (sie war im Wirrwarr der Kindheit das Urbild der Vernunft), durch Fürbitte wieder aus und ich war wieder in Deinen Kreis zurückgetrieben, aus dem ich sonst vielleicht, Dir und [11c]mir zum Vorteil ausgebrochen wäre. Oder es war so, dass es zu keiner eigentlichen Versöhnung kam, dass die Mutter mich vor Dir bloss im Geheimen schützte, mir im Geheimen etwas gab, etwas erlaubte, dann war ich wieder vor Dir das lichtscheue Wesen, der Betrüger, der Schuldbewusste, der wegen seiner Nichtigkeit selbst zu dem, was er für sein Recht hielt, nur auf Schleichwegen kommen konnte. Natürlich gewöhnte ich mich dann auf diesen Wegen auch das zu suchen, worauf ich, selbst meiner Meinung nach kein Recht hatte. Das war wieder Vergrösserung des Schuldbewusstseins.“

3. „Mein Schreiben“:

„Richtiger trafst Du mit Deiner Abneigung mein Schreiben und was, Dir unbekannt, damit zusammenhing. Hier war ich tatsächlich ein Stück selbständig von Dir weggekommen, wenn es auch ein wenig an den Wurm erinnerte, der, hinten von einem Fuss niedergetreten, sich mit dem Vorderteil losreisst und zur Seite schleppt. Einigermassen in Sicherheit war ich, es gab ein Aufatmen; die [19a] Abneigung, die Du natürlich gleich auch gegen mein Schreiben hattest, war mir hier ausnahmsweise willkommen. Meine Eitelkeit, mein Ehrgeiz litten zwar unter Deiner für uns berühmt gewordenen Begrüssung meiner Bücher: „Leg’s auf den Nachttisch!“ (meistens spieltest Du ja Karten, wenn ein Buch kam), aber im Grunde war mir dabei doch wohl, nicht nur aus aufbegehrender Bosheit, nicht nur aus Freude über eine neue Bestätigung meiner Auffassung unseres Verhältnisses, sondern ganz ursprünglich, weil jene Formel mir klang wie etwa: „Jetzt bist Du frei!“ Natürlich war es eine Täuschung, ich war nicht oder allergünstigsten Falles noch nicht frei. Mein Schreiben handelte von Dir, ich klagte dort ja nur, was ich an Deiner Brust nicht klagen konnte. Es war ein absichtlich in die Länge gezogener Abschied von Dir, nur dass er zwar von Dir erzwungen war, aber in der von mir bestimmten Richtung verlief.“

4. Misslingen des Heiratens:

„Zunächst stellst du das Misslingen der Heiraten in die Reihe meiner sonstigen Misserfolge; dagegen hätte ich an sich nichts, vorausgesetzt, dass Du meine bisherige Erklärung des Misserfolgs annimmst. Es steht tatsächlich in dieser Reihe, nur die Bedeutung der Sache unterschätzt Du und unterschätzt sie derartig, dass wir, wenn wir miteinander davon reden, eigentlich von ganz verschiedenem sprechen. Ich wage zu sagen, daß Dir in Deinem ganzen Leben nichts geschehen ist, was für Dich eine solche Bedeutung gehabt hätte, wie für mich [21b] die Heiratsversuche. Damit meine ich nicht, dass Du an sich nichts so Bedeutendes erlebt hättest, im Gegenteil, Dein Leben war viel reicher und sorgenvoller und gedrängter als meines, aber eben deshalb ist Dir nichts derartiges geschehn. Es ist so wie wenn einer fünf niedrige Treppenstufen hinaufzusteigen hat und ein zweiter nur eine Treppenstufe, die aber so hoch ist, wie jene fünf zusammen; der Erste wird nicht nur die fünf bewältigen, sondern noch hunderte und tausende weitere, er wird ein grosses und sehr anstrengendes Leben geführt haben, aber keine der Stufen, die er erstiegen hat, wird für ihn eine solche Bedeutung gehabt haben, wie für den Zweiten jene eine, erste, hohe, für alle seine Kräfte unmöglich zu ersteigende Stufe, zu der er nicht hinauf und über die er natürlich auch nicht hinauskommt.

Heiraten, eine Familie gründen, alle Kinder, welche kommen wollen, hinnehmen, in dieser unsicheren Welt erhalten und gar noch ein wenig führen ist meiner Überzeugung nach das Äusserste, das einem Menschen überhaupt gelingen kann. Dass es scheinbar so vielen leicht gelingt, ist kein Gegenbeweis, denn erstens gelingt es tatsächlich nicht vielen und zweitens „tun“ es diese [21c] Nicht vielen meistens nicht, sondern es geschieht bloss mit ihnen; das ist zwar nicht jenes Äusserste, aber doch noch sehr gross und sehr ehrenvoll (besonders da sich „tun“ und „geschehn“ nicht rein von einander scheiden lassen). Und schliesslich handelt es sich auch gar nicht um dieses Äusserste, sondern nur um irgendeine ferne, aber anständige Annäherung; es ist doch nicht notwendig mitten in die Sonne hineinzufliegen, aber doch bis zu einem reinen Plätzchen auf der Erde hinzukriechen, wo manchmal die Sonne hinscheint und man sich ein wenig wärmen kann. […]

Ich will es näher zu erklären versuchen: Hier beim Heiratsversuch trifft in meinen Beziehungen zu Dir zweierlei scheinbar Entgegengesetztes so stark wie nirgends sonst zusammen. Die Heirat ist gewiss die Bürgschaft für die schärfste Selbstbefreiung und Unabhängigkeit. Ich hätte eine Familie, das Höchste, was man meiner Meinung nach erreichen kann, also auch das Höchste, was [24a] Du erreicht hast, ich wäre Dir ebenbürtig, alle alte und ewig neue Schande und Tyrannei wäre bloss noch Geschichte. Das wäre allerdings märchenhaft, aber darin liegt eben schon das Fragwürdige. Es ist zu viel, so viel kann nicht erreicht werden. Es ist so, wie wenn einer gefangen wäre und er hätte nicht nur die Absicht zu fliehen, was vielleicht erreichbar wäre, sondern auch noch undzwar gleichzeitig die Absicht, das Gefängnis in ein Lustschloss für sich umzubauen. Wenn er aber flieht, kann er nicht umbauen und wenn er umbaut kann er nicht fliehn. Wenn ich in dem besonderen Unglücksverhältnis, in welchem ich zu Dir stehe, selbständig werden will, muss ich etwas tun, was möglichst gar keine Beziehung zu Dir hat; das Heiraten ist zwar das Grösste und gibt die ehrenvollste Selbständigkeit, aber es ist auch gleichzeitig in engster Beziehung zu Dir. Hier hinauskommen zu wollen, hat deshalb etwas von Wahnsinn und jeder Versuch wird fast damit gestraft.

Gerade diese enge Beziehung lockt mich ja teilweise auch zum Heiraten. Ich denke mir diese Ebenbürtigkeit, die dann zwischen uns entstehen würde und die Du verstehen könntest wie keine andere, eben deshalb so schön, weil ich dann ein [24b] freier, dankbarer, schuldloser, aufrechter Sohn sein Du ein unbedrückter, untyrannischer, mitfühlender, zufriedener Vater sein könntest. Aber zu dem Zweck müsste eben alles Geschehene ungeschehen gemacht, d. h. wir selbst ausgestrichen werden.

So wie wir aber sind, ist mir das Heiraten dadurch verschlossen, dass es gerade Dein eigenstes Gebiet ist. Manchmal stelle ich mir die Erdkarte ausgespannt und Dich quer über sie hin ausgestreckt vor. Und es ist mir dann, als kämen für mein Leben nur die Gegenden in Betracht, die Du entweder nicht bedeckst oder die nicht in Deiner Reichweite liegen. Und das sind entsprechend der Vorstellung, die ich von Deiner Grösse habe, nicht viele und nicht sehr trostreiche Gegenden und besonders die Ehe ist nicht darunter.“

Erläuterung: Die Ziffern im Text markieren den Anfang einer neuen Seite bzw. Spalte.

Zum Verständnis des Briefs:

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/kaf/kaf_bri0.htm

http://www.kafka.uni-bonn.de/cgi-bin/kafka5caa.html?Rubrik=vater&Punkt=brief

http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/Maennergeschichte/rollen/opfer_01.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_an_den_Vater

https://hans-joerggrosse.de/erlesenes/franz-kafka/brief-vater/brief-vater/

http://de.slideshare.net/schoolmeester/das-verhltnis-kafkas-zu-seinem-vater-ergebnisse-der-stunde (Tafelbild)

https://de.wikisource.org/wiki/Brief_an_den_Vater (Text)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Kafka,+Franz/Erzählungen+und+andere+Prosa/Prosa+aus+dem+Nachlaß/Brief+an+den+Vater (Text)

https://hans-joerggrosse.de/erlesenes/franz-kafka/brief-vater/ (Text und Vortrag)

https://www.youtube.com/watch?v=7Po22fzW7jU (der gleiche Vortrag: 2:16)

http://bildungsserver.hamburg.de/brief-an-den-vater/ (Links)

http://www.classicistranieri.com/wp-content/uploads/2014/05/concvater.pdf (Konkordanz zu allen Wörtern des Briefs)

Kafka: Die Verwandlung – Bilder

„Man erfährt bis zuletzt nicht genau, wie er aussieht; von der Verwandlung des Helden kontaminiert, verweigert der Text jede objektivierende Stillstellung. Man soll sich vom ‚ungeheuren Ungeziefer’ kein Bild machen können. Dass Kafka es ablehnt, einen Käfer oder ein ähnliches Tier auf dem Titelblatt seiner ‚Verwandlung’ abbilden zu lassen, ist bekannt. Er bat seinen Verleger Kurt Wolff am 25. 10. 1915 nachdrücklich, von einer etwa geplanten Käferzeichnung abzusehen.“ (Monika Schmitz-Emans: Poetiken der Verwandlung, Innsbruck 2008, S. 165 f.) Trotzdem ist es natürlich reizvoll zu sehen, wie verschiedene Leute sich das Samsa-Ungeziefer vorgestellt haben resp. uns vorstellen. Vgl. auch https://norberto42.wordpress.com/2016/02/19/kafka-die-verwandlung-warum-gregor-ein-ungeziefer-wurde/!

Alle Bilder aus google-Bilder:

http://orig00.deviantart.net/33e6/f/2010/292/8/7/die_verwandlung_by_nachan-d313lmo.jpg

http://img-fotki.yandex.ru/get/9758/194810717.1e/0_d0661_82ba65fe_L.jpg

http://img05.deviantart.net/a554/i/2010/311/6/8/kafka___die_verwandlung_14_by_bjornbarends-d32ea3s.jpg

http://bbarends.deviantart.com/art/Kafka-Die-Verwandlung-02-185425756

http://blog.beetlebum.de/wp-content/uploads/2007/08/kafka.jpg

http://images.sofatutor.com/videos/pictures/11656/normal/vorschau.BMP?1371049452

http://ais.badische-zeitung.de/piece/02/26/27/b6/36054966.jpg

https://i.ytimg.com/vi/9t1gTV543JM/maxresdefault.jpg

http://www.artists.de/pictures/user_images/full/90090_typometamorphose-kafka-die-verwandlung.jpg

http://www.oocities.org/athens/olympus/2404/bugout.gif

http://www.fr-online.de/image/view/2010/8/6/4621716,2751008,mobileXhtml,Kafka_1.jpg

http://img07.deviantart.net/f565/i/2010/311/8/1/kafka___die_verwandlung_12_by_bjornbarends-d32eads.jpg

https://daslesenmitjames.files.wordpress.com/2009/05/dieverwandlung.jpg

http://img1.seite3.ch/news/309/236148-DieVerwandlung.jpg

http://img01.deviantart.net/3c3c/i/2010/145/7/2/die_verwandlung_by_hollowwings.png

https://cdn.goconqr.com/uploads/image_clipping/image/38260/UnsignedIllustrationFromFamousFantasticMysteriesB565.png

http://img10.deviantart.net/3870/i/2010/311/7/a/kafka___die_verwandlung_11_by_bjornbarends-d32eajw.jpg

The Metamorphosis:

https://anthonyhummel.files.wordpress.com/2013/12/metamorphosis.jpg

http://img14.deviantart.net/cbaf/i/2007/166/9/e/the_metamorphosis_by_blackphoenix87.jpg

https://thedrunkenodyssey.files.wordpress.com/2013/12/metamorphosis-detail.gif?w=529&h=277

http://amyscott.com/Images/metamorphosis.jpg

http://images.fineartamerica.com/images-medium-large-5/the-metamorphosis-john-ashton-golden.jpg

als Karikatur:

http://ais.badische-zeitung.de/piece/04/5e/3c/7a/73284730.jpg

Kafka: Die Verwandlung – Reaktion der anderen (in III)

Das Kap. III ist anders erzählt als die beiden vorherigen (viele Wahrnehmungen Gregors). Gregor wird vernachlässigt und gibt sich auf. Im Kampf gegen ihn verbünden sich Vater und Tochter (Schwester); dem kann Gregor nicht standhalten…

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

Kafka: Die Verwandlung – Reaktion der anderen (in I)

Wie Gregor seine Verwandlung erlebt, ist für Kap. I bereits untersucht worden. Wenn jetzt dargestellt wird, wie die anderen auf seine Verwandlung reagieren, ist dies ein methodischer Zugriff, der trennt, was zusammengehört:…

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

Kafka: Die Verwandlung – warum Gregor ein Ungeziefer wurde

Ich habe wieder die Kapitel und die Absätze (diese mit arabischen Ziffern) gezählt, damit Leser unterschiedlicher Ausgaben mit meiner Untersuchung arbeiten können.

In Kafkas Erzählung „fand“ Gregor sich „zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“ (I 1), ohne dass er oder der Erzähler dafür einen Grund angäben. Die Frage ist jedoch,…

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

 

 

Kafka: Die Verwandlung – wie Gregor sie in I erlebt

Zugleich eine Anleitung, wie man einen literarischen Aufsatz schreibt

Aufgabenstellung: Untersuchen Sie in Kap. I,

a) wie Gregors Verwandlung vor sich geht (Liste der Fundstellen genügt),

b) wie Gregor sie erlebt und damit umgeht.

Mögliche Lösung (Stellen im Text):

a) Er findet sich zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt (Rücken panzerartig, Bauch gewölbt), hat dünne Beine, I 1

findet an sich kleine weiße Pünktchen, I 4

seine Stimme ist verändert (mit Piepsen vermischt), I 7

b) Er ist hilflos (dünne Beine), I 1

denkt über das Geschehen nach, I 2

möchte weiterschlafen und „alle Narrheit“ vergessen, I 3

kann sich nicht auf die gewohnte rechte Seite legen, I 3 usw. …

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

Reflexion: Wie schreibt man einen literarischen Aufsatz?

1. Wir haben den Text nach den thematisch relevanten Stellen durchsucht und diese notiert (d.h. eine Liste angelegt, mit Fundstellen, s.o.).

2. Wir haben im Blick auf die Textstellen Kategorien (allgemeine Begriffe: abstrahiert, verallgemeinert) gebildet, um die Textstellen auch zu verstehen.

3. Diesen Kategorien haben wir die einzelnen Fundstellen zugeordnet, der Einfachheit halber im Manuskript mit Buchstaben abgekürzt (b = beeinträchtigt, d = er denkt nach, w = er weicht den Tatsachen aus, usw. – den gleichen Buchstaben nicht zweimal verwenden!).

4. Die verschiedenen Aspekte haben wir geordnet – das ist die Gliederung, die oben zu sehen ist.

5. Jetzt müsste der Aufsatz geschrieben werden, indem die verschiedenen Aspekte mittels der zugehörigen Belegstellen entfaltet werden, inklusive Einleitung und Schluss. – Es handelt sich dann um eine Darstellung des verstandenen Geschehens, die von der zeitlichen Abfolge der Ereignisse wie auch des Erzählens abgelöst ist.

Ich habe wieder die Absätze des Kap. I mit arabischen Ziffern gezählt, damit auch Leser unterschiedlicher Ausgaben mit meiner Untersuchung arbeiten können. Ich empfehle, für das Verständnis Kafkas mit zeitgenössischen Wörterbüchern (hier: Weigand, 1909) zu arbeiten, die man im Netz leicht findet.

Kafka: Die Verwandlung – Gregor Samsas Irrtümer

(Der Einfachheit halber zähle ich die Kapitel römisch und die Absätze darin arabisch, um für die Arbeit mit verschiedenen Ausgaben vergleichbare Ergebnisse zu belegen. I besteht aus 27, II aus 29, III aus 36 Absätzen.)

Bei einer ruhigen dritten Lektüre ist mir aufgefallen, wie oft Gregor sich in der Einschätzung seiner Situation irrt. Das beginnt schon, als er im Bett über seine Lage nachdenkt…

Diese und weitere Analysen zu Kafka: Die Verwandlung, findet man auf dem Lehrermarktplatz (https://lehrermarktplatz.de/material/806/franz-kafka-die-verwandlung-analysen).

Kafka: Das literarische Motiv der Verwandlung

verwandeln, tr.: das Obj. in etwas anderes übergehen oder dazu werden lassen; rbez.: in etwas anderes übergehen oder dazu werden“ (Sanders: Handwörterbuch der deutschen Sprache, 1911 – die Abkürzungen stehen für transitiv und rückbezüglich)

verwandeln: „etwas in einen anderen Zustand versetzen, so daß es nicht mehr das ist, was es war, und ist daher verschieden von verändern und umgestalten“ (Hoffmann: Vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache, Bd. 6, 1861)

In mehreren Wörterbüchern der deutschen Sprache (Weigand, 1910; Paul, 1908) fehlt das Lemma „verwandeln“.

verwandeln: etw., jmdn. v. ♦ einer Sache, jmdm. eine andere Gestalt, ein anderes Aussehen geben, etw., jmdn. (völlig) ändern [dwds]

Die Verwandlung ist ein Wandel des Wesens durch Veränderung seines Äußeren oder Inneren, in der Mythologie zumeist durch Magie. [Wikipedia: Verwandlung]

Metamorphose in der Mythologie bezeichnet den Gestaltenwechsel oder die Verwandlung einer Gottheit, eines mythischen Wesens oder eines Menschen, seltener von Tieren oder Objekten.

Die Kategorie der Identität verknüpft mehrere separat wahrnehmbare Phänomene zu dem Eindruck, dass es sich bei ihnen um ein und dasselbe handelt und dass daher alle Assoziationen, die mit dem Wesenskern des einen verbunden sind, auf das andere übertragen werden können.

 

Auf die Frage, warum Kafka Märchenmotive (wie die Verwandlung) verwendet, hat in einem Forum ein „booster1965“ geantwortet:

Das Groteske entwickelt sich in Kafkas Umformungen zu dem eigentlichen Pendant des Märchenhaften. […]

Kafkas märchenhaft anmutende Erzählungen rücken jedoch von der etablierten und nach Jolles benannten einfachen Form des Märchens ab. Sie stimmen ausnahmslos nicht mit der naiven Moral des Märchens überein. Denn in den Kafkaschen Märchen wird der Protagonist am Ende nicht erlöst. Es findet keine Rückverwandlung statt. Nach Jolles werden demnach die Erwartungen und Anforderungen, die der Leser an eine gerechte Welt gemäß dem Märchen stellt, nicht erfüllt. […]

‚Die Verwandlung’, die zu den berühmtesten übernatürlichen Erzählungen des 20. Jahrhunderts zu zählen ist, in Bezug zum Märchen zu setzen liegt nahe, wenn man die groben Handlungspunkte dieser Erzählung betrachtet. Eine einzelne Person wird von einem schweren Schicksal getroffen und muss versuchen, sich so gut wie es nur geht, mit dieser Situation zu arrangieren. Aber im Sinne der Märchenstruktur wird Gregor Samsa nicht von seiner Metamorphose erlöst, weshalb man die Verwandlung auch als Antimärchen betrachtet hat. Aber der Begriff ‚Antimärchen’ ist nur in Bezug auf die bekannten Grimmschen Märchen sinnvoll, denn viele außereuropäischen Volksmärchen, wie etwa die auch Kafka bekannte chinesischen, kennen auch das tragische Ende des Helden.“ (http://www.gutefrage.net/frage/warum-maerchen-motive-in-die-verwandlung-) – Vgl. auch meine Untersuchungen: https://norberto42.wordpress.com/2016/02/19/kafka-die-verwandlung-wie-gregor-sie-in-i-erlebt/ und https://norberto42.wordpress.com/2016/02/19/kafka-die-verwandlung-warum-gregor-ein-ungeziefer-wird/ und https://norberto42.wordpress.com/2016/02/27/verwandlungen-als-kafkas-kernmotiv/!

In seinem „Kommentar zu sämtlichen Erzählungen“ Kafkas (1977, 2. Aufl.) äußert sich Hartmut Binder über mögliche literarische Vorlagen zur „Verwandlung“: Es bestehe kein direkter Zusammenhang mit Ovids Metamorphosen oder vergleichbaren Verwandlungsvorgängen im Märchen – gegen C. Heselhaus, 1952 – sondern mit Dostojewskijs Roman „Der Doppelgänger“ (so M. Spilka, 1959), aus dem Kafka viele Einzelmotive übernommen habe (S. 156). 1983 hat H. Binder auf Johannes Vilhelm Jensens Mythen und Jagden und Exotische Novellen, in denen Verwandlungen in Tiere und von Tieren eine zentrale Rolle spielen, hingewiesen man sieht, dass sich die „Quellen“ Kafkas fix ändern können.

Monika Schmitz-Emans: Poetiken der Verwandlung, Innsbruck 2008, untersucht das Motiv der Verwandlung als ein in der europäischen Literatur verbreitetes Motiv. Nicht nur Ovids „Metamorphosen“, sondern auch der Apuleius Roman „Der goldene Esel“ (170) seien seit der Antike bekannt: S. http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/eselsrom.htm oder https://de.wikipedia.org/wiki/Apuleius; http://www.symbolon.de/downtxt/esel.htm (Text) oder http://www.zeno.org/Literatur/M/Apuleius/Roman/Der+goldene+Esel (Text)

Auch in der deutschen Literatur habe es lange vor Kafka Verwandlung gegeben, so etwa im 17. Jh. die Figur des „Baldanders“ bei Grimmelshausen (Der abenteuerliche Simplicissimus. Continuatio des abenteuerlichen Simplicissimi oder Der Schluß desselben), 9. Kapitel). Ein großer Repräsentant des Motivs sei E.T.A. Hoffmann: Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza (1814); Lebens-Ansichten des Katers Murr (1819/21); Meister Floh (1822) Sie nennt auch Wilhelm Busch; aber das zählt nur eingeschränkt: Wilhelm Busch: Die Verwandlung (1868, märchenartig, erinnert an „Hänsel und Gretel“). Sie verweist auf die großen Namen Darwin – Nietzsche – Freud, die stehen r Verzeitlichung und Dissoziation des Menschen, dessen Wesen sich aufzulösen scheint (S. 45 ff.)

Allgemein sagt Monika Schmitz-Emans über die Literatur des 19. Jahrhunderts: „Zum Grundprinzip ästhetischer Darstellung wird damit die Verfremdung des Vertrauten. Anders gesagt: Ästhetische Darstellung stellt sich nicht mehr in den Dienst der Identifikation dessen, was schon gewusst und bekannt ist, sondern sie betont die Abhängigkeit aller Gegenstände der Erfahrung vom Blick und von Prozessen der interpretierenden Darstellung. Sie macht die Wandelbarkeit aller so genannten Gegenstände des Wissens und der Erfahrung deutlich – und damit die Kontingenz dessen, was in einem bestimmten Moment als ‚Welt‘ erfahren wird.“ (S. 23) Bekannt sei auch Lewis Carrolls Buch „Alice im Wunderland“ (1865). – Kafka stehe also mit „Die Verwandlung“ in einer großen Tradition, die auch nach seinem Tod weitergeführt wird: Italo Calvino, Christoph Ransmayr, Yoko Tawada u.a.

Märchenartige Verwandlungen scheint es in der expressionistischen Literatur öfter gegeben zu haben. Ich bin auf Döblins Märchen „Vom Hinzel und dem wilden Lenchen“ (vor 1915) gestoßen: „Im schlichten Gang der Handlung ereignet sich eine Metamorphose: Hinzel wird zu einem Molch. Diese Verwandlung ist Sinnbild der Rückführung eines Menschen in kreatürliche Natur; unter dem Schwarzwaldboden sind Sand und Wasser, ein Reich des Zaubers, der sich von der rationalistischen Oberwelt und von der bürgerlichen Nützlichkeit Lenchens absetzt.“ (Wilfried F. Schoeller: Alfred Döblin. Eine Biographie, München 2011, S. 133)

 

Das Motiv des Käfers taucht bereits in Kafkas Erzählung „Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande“ ( 1907/09, postum veröffentlicht) auf:

„Da schien es Raban, er werde auch noch die lange schlimme Zeit der nächsten vierzehn Tage überstehn. Denn es sind nur vierzehn Tage, also eine begrenzte Zeit, und wenn auch die Ärgernisse immer größer werden, so vermindert sich doch die Zeit, während welcher man sie ertragen muß. Daher wächst der Mut ohne Zweifel. ›Alle, die mich quälen wollen und die jetzt den ganzen Raum um mich besetzt haben, werden ganz allmählich durch den gütigen Ablauf dieser Tage zurückgedrängt, ohne daß ich ihnen auch nur im geringsten helfen müßte. Und ich kann, wie es sich als natürlich ergeben wird, schwach und still sein und alles mit mir ausführen lassen und doch muß alles gut werden, nur durch die verfließenden Tage.

Und überdies kann ich es nicht machen, wie ich es immer als Kind bei gefährlichen Geschäften machte? Ich brauche nicht einmal selbst aufs Land fahren, das ist nicht nötig. Ich schicke meinen angekleideten Körper. Wankt er zur Tür meines Zimmers hinaus, so zeigt das Wanken nicht Furcht, sondern seine Nichtigkeit. Es ist auch nicht Aufregung, wenn er über die Treppe stolpert, wenn er schluchzend aufs Land fährt und weinend dort sein Nachtmahl ißt. Denn ich, ich liege inzwischen in meinem Bett, glatt zugedeckt mit gelbbrauner Decke, ausgesetzt der Luft, die durch das wenig geöffnete Zimmer weht. Die Wagen und Leute auf der Gasse fahren und gehen zögernd auf blankem Boden, denn ich träume noch. Kutscher und Spaziergänger sind schüchtern und jeden Schritt, den sie vorwärts wollen, erbitten sie von mir, indem sie mich ansehn. Ich ermuntere sie, sie finden kein Hindernis. Ich habe, wie ich im Bett liege, die Gestalt eines großen Käfers, eines Hirschkäfers oder eines Maikäfers, glaube ich.‹

Vor einer Auslage, in der hinter einer nassen gläsernen Scheibe auf Stäbchen kleine Herrenhüte hingen, blieb er stehn und schaute, die Lippen gespitzt, in sie. ›Nun, mein Hut wird für die Ferien noch reichen‹, dachte er und ging weiter, ›und wenn mich niemand meines Hutes halber leiden kann, dann ist es desto besser. Eines Käfers große Gestalt, ja. Ich stellte es dann so an, als handle es sich um einen Winterschlaf, und ich preßte meine Beinchen an meinen gebauchten Leib. Und ich lisple eine kleine Zahl Worte, das sind Anordnungen an meinen traurigen Körper, der knapp bei mir steht und gebeugt ist. Bald bin ich fertig – er verbeugt sich, er geht flüchtig und alles wird er aufs beste vollführen, während ich ruhe.‹“ (http://gutenberg.spiegel.de/buch/franz-kafka-erz-161/3)

Vgl. auch die Käferbilder:

https://turmsegler.net/img/2007/Luis_Scafati-Kafka.gif

http://www.goldini.com/muestras/kafka.jpg

Motiv (Verwandlung OR Metamorphose OR Gestaltwandel):

http://de.academic.ru/dic.nsf/pierer/5725/Metamorphose (Begriff der Metamorphose)

http://www.kallerkunst.de/atelier/text/metamorphose/ (Prinzip der Metamorphose, M. in der Kunst)

http://www.jugendliteratur.net/download/gasperi.pdf Die immer mögliche Verwandlung (im Märchen)

http://www.brg-schoren.ac.at/wiki/5i/index.php/Verwandlung_als_Symbol

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=3205&ausgabe=200012 (Besprechung einer Diss.)

http://www.maerchenlexikon.de/texte/archiv/derungs01.htm (Märchen und Totemismus)

http://www.cornelsen.de/bgd/97/83/06/06/02/08/7/9783060602087_x1SE_005.pdf (Motiv Verwandlung in der Literatur)

https://de.wikipedia.org/wiki/Metamorphosen_%28Ovid%29 (ein Klassiker der Literatur)

http://www.hellenica.de/Griechenland/Mythos/Metamorphosen.html (zu Ovid)

http://www.perikopen.de/Lesejahr_A/2Fast_A_Mt17_1-9_Wussow.pdf (Zur Verklärung = Verwandlung Jesu)

https://www.historicum.net/themen/hexenforschung/lexikon/alphabetisch/p-z/artikel/Zauber_und_Hexentiere/ (Verwandlung in Tiere, in Zusammenhang mit dem Hexenglauben)

http://www.judith-sixel.de/reviews/ (Judith Sixel: Roman: Verwandlung einer Frau in eine Ratte)

 

Kafka: Der Prozess – Inhalt, Interpretation, Unterricht (Links)

Kafka: Der Prozess – die ersten 100 Links bei google am 14.09.2013, gesichtet, geordnet und kurz beschrieben oder kommentiert, am 9.2.2016 überarbeitet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Process Man merkt dem Artikel an, dass er nicht aus einer einzigen Feder stammt; er ist noch unfertig.

http://www.inhaltsangabe.de/kafka/der-prozess/ (kurze Inhaltsangabe, basierend auf Königs Erläuterungens)

http://www.deutsch-online.net/der-process-franz-kafka/ (Inhaltsangabe eines Schülers, unvollständig)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/kafkas-saetze-1-neunzehn-worte-kafka-1665718.html (kurze Deutung des Romans vom 1. Satz aus)

http://home.bn-ulm.de/~ulschrey/literatur/kafka/kafka_prozess.html (große Deutung des Romans)

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/kaf/prozess/kaf-prozess_4_4.htm (Monoperspektive als Strukturprinzip), im Rahmen der großen Analyse: http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/kaf/prozess/kaf-prozess_0.ht

http://www.poetenladen.de/christiane1.html (eigenständige Deutung des Romans: eine Komödie)

http://www.xlibris.de/Autoren/Kafka/Werke/Der%20Proze%C3%9F (kurze Deutung des Romans: grotesk-komischer Roman; erkenntnistheoretische Reflexionsprosa)

http://www.arnosoft.de/text/Kafkas%20Prozess.htm (Seminararbeit, geht von der Parabel „Vor dem Gesetz“ aus siehe auch unten!)

http://www.fischer-welt.de/deutsch/literaturgeschichte/literatur_zu_beginn_des_20_jahrhunderts/_der_prozess____schuld_und_verantwortung/interpretation__der_prozess_/ (Deutung F. Nemec‘: „Die »unerschütterliche Logik« des negativen Ideals erfordert nicht resignierendes, sondern engagiertes Scheitern.“) im Rahmen einer Interpretation von „Vor dem Gesetz“ aus: http://www.fischer-welt.de/index.php/deutsch/literaturgeschichte/literatur_zu_beginn_des_20_jahrhunderts/_der_prozess____schuld_und_verantwortung/ (Seite eines Lehrers: einige Hausarbeiten von Schülern und kopierte Texte)

http://www.pangloss.de/cms/uploads/Dokumente/Schule/Deutsch/Abi/120310_Kafka_Glossar_Process.pdf (Themen und Motive des Romans – Stichworte zu einer Interpretation)

https://norberto42.wordpress.com/2016/02/15/kafka-die-verwandlung-gregor-samsas-irrtuemer/ (Motiv: Gregors Irrtümer)

http://kafkaderprozess.blogspot.de/2012/09/alle-kapitel-im-uberblick-fur-die.html (der Text in verschiedenen Ausgaben; die Personen; Themen; Interpretationen nicht fehlerfrei: Beiträge von Schülern)

http://www.franzkafka.de/franzkafka/das_werk/der_process/457391 (Kafka insgesamt; Vorschlag einer Interpretation, nicht bedeutsam)

http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2004/0713/pdf/dkl.pdf (Dissertation: Herrschaft und Sexualität in Kafkas Romanen…, davon 125 Seiten zu „Der Proceß“)

http://vormbaum.net/index.php/component/docman/doc_download/193-der-prozess-aspekte?Itemid=8 (Beobachtungen zur Interpretation von Herrn Kerber)

http://www.michaelseeger.de/k2d/interpretation1.doc (Interpretationsansätze, durch Textauszüge dargeboten)

http://www.textlog.de/tucholsky-prozess-kafka.html (Tucholskys Besprechung des Romans, 1926)

http://www.literatur-fast-pur.de/Hartmut/1ha_prozess.html (eine Rezeption)

http://radiergummi.wordpress.com/2010/12/19/franz-kafka-der-prozess/ (dito)

http://www.stupidedia.org/stupi/Der_Proce%C3%9F (satirische Interpretation)

http://www.klausschenck.de/ks/downloads/h28kafkaueprotokoll1katha.pdf (durchgängiger Kommentar zentraler Stellen, bezogen auf die Ausgabe der Hamburger Lesehefte, von Klaus Schenck)

http://www.klausschenck.de/ks/downloads/h46-kafkaunterr.-protokoll.pdf (Protokoll des zugehörigen Unterrichts)

http://www.hoegy.de/wiki2/index.php/Kafka09 (Projekt des Hölderlin-Gymn.)

http://home.bn-ulm.de/~ulschrey/literatur/kafka/prozess_ue.html (Texte und Grafik zu einer Unterrichtseinheit)

http://www.lindenhahn.de/referate/kafka/referat.htm (Vorüberlegungen und Beschreibung einer Unterrichtseinheit)

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/kafka/ (eine Unterrichtseinheit)

http://www.michaelseeger.de/k2d/kafka.htm (Ergebnisse einer U-einheit)

http://www.g.eversberg.eu/DUpdf/KafkasProcess.pdf (Materialien und Aufgaben für den Unterricht)

http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/projekte/epik/process/ (Vorschläge für eine Unterrichtseinheit)

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Process (der Text von 1925, ebenso bei Textlog)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Kafka,+Franz/Romane/Der+Proze%C3%9F (dito)

http://digbib.org/Franz_Kafka_1883/Der_Prozess_.pdf (unklar, welche Ausgabe)

http://www.christian-eschweiler.com/index.php/buch-der-prozess-neu.html (neue Anordnung des Textes)

http://www.theateraufcd.de/mp3/Kafka/Der_Prozess.mp3 (Text, vorgelesen)

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/franz-kafka-der-process-das-haus100.html (Kapitel: Das Haus, vorgelesen)

http://audioarchiv.blogsport.de/?p=453 (große Hörspielfassung des BR)

http://www.youtube.com/watch?v=Eb2l2GvVmgE (Anfang einer Inszenierung)

http://www.srf.ch/kultur/buehne/albtraum-im-wachzustand-kafkas-der-prozess (Besprechung einer Inszenierung in Zürich, 2013)

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&id=7237:der-prozess-andrej-mogutschi-inszeniert-kafkas-roman-in-duesseldorf-als-opulentes-bildertheater&Itemid=40 (Besprechung der Inszenierung in Düsseldorf, 2013)

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/kultur/bilder-erdruecken-kafkas-text-1.2996466 (dito)

http://www.derwesten.de/kultur/bochum-verlegt-kafkas-prozess-ins-irrenhaus-id7193118.html (Inszenierung in Bochum, 2012)

—————————–

Außerhalb der 100 Links verweise ich auf einen Aufsatz von mir: https://norberto42.wordpress.com/2010/02/19/kafka-vor-dem-gesetz-analysen-methodische-uberlegungen/ sowie auf

http://www.sosyalarastirmalar.com/cilt3/sayi10pdf/arak_huseyin2.pdf (Interpretation „Vor dem Gesetz“, übertragen auf „Der Prozess“)

http://www.kafka-gesellschaft.de/ (Deutsche Kafka-Gesellschaft)

http://www.kafka-gesellschaft.de/linktipps.html (deren Linktipps)

http://bildungsserver.hamburg.de/der-prozess/ („Der Prozess“ im Hamburger Bildungsserver)

http://www.ub.fu-berlin.de/service_neu/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/autork/kafka.html (Links der UB der FU Berlin)

http://www.pragerzeitung.cz/index.php/home/kultur/17980-er-war-eine-ungewoehnliche-und-tiefe-welt Milenas Nachruf, 1924

http://www.glanzundelend.de/pdf/kafkabenjamin.pdf W. Benjamins Nachruf, 1934 = https://hans-joerggrosse.de/erlesenes/walter-benjamin/walter-benjamin-franz-kafka/

—————————–

Material auf youtube zu Kafka: Der Prozess (am 14.09.2013)

http://www.youtube.com/watch?v=fNL0it9ukWY (der Roman, vorgelesen von Oliver Bokern) = http://www.youtube.com/watch?v=L56N8QLG2UE&list=PLPaB5aPfCBPPa2bJojUkLZywOeQxI7tbz  = http://www.youtube.com/watch?v=fNL0it9ukWY&list=PLd608TUDRtnTlP27Jq09pa_a6H5tbMA9A = http://www.youtube.com/playlist?list=PLd608TUDRtnTlP27Jq09pa_a6H5tbMA9A

http://www.youtube.com/watch?annotation_id=annotation_253561&feature=iv&src_vid=3U8DHZLcZGQ&v=JT2wtWVWeiM (der Roman, vorgelesen von Thorsten Wilhelm, nicht so gut wie O. Bokern)

http://www.youtube.com/watch?v=AnTRI-G_jMs (Parabel vom Türhüter, vorgelesen)

http://www.youtube.com/watch?v=XO9rruBE5is (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=aaScQkCMo2g&list=PL42538A2B09FF2954 (Verfilmung, engl., 1. Teil fehlt)

http://www.youtube.com/watch?v=x6n9uxEGvmE („Im Dom“, Film)

http://www.youtube.com/watch?v=jQDi7SEmfs4 (die gleiche Parabel, aus dem Film von Orson Welles)

http://www.youtube.com/watch?v=Aauv-_psZ88 (Kafka: Vor dem Gesetz, Film)

http://www.youtube.com/watch?v=LNr4IGVXG8Q (das Ende, gespielt)

http://www.youtube.com/watch?v=NhATcRlW1-o (Tanztheater, „Das Gericht“)

http://www.youtube.com/watch?v=SauqKrIIIcc („Das Ende“, Tanztheater)

http://www.youtube.com/watch?v=im5WCJ2-b7s (Roman als Comic)

http://www.youtube.com/watch?v=BYqT5ZjQoTk (Bilder zum Roman, 1.)

http://www.youtube.com/watch?v=N4Fg1HDE8b0 (Bilder zum Roman,2.)

http://www.youtube.com/watch?v=1vNm4Tnq62A&feature=youtu.be (Düsseldorfer Schauspielhaus – es gibt viele Trailer von Aufführungen, die übergehe ich)

http://www.youtube.com/watch?v=rxvCStkP3R0 (psycholog. Interpretation)

http://www.youtube.com/watch?v=slQfsdUnnow (über die Unmöglichkeit, Kafkas Texte zu interpretieren)

http://www.youtube.com/watch?v=2LUgiAsMofQ (aus dem Unterricht Klaus Schencks, 1. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=p4-tinK-q4o (2. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=f6GSVm9LXFs (3. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=t1EST_CQNGM (4. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=SzFDUTchDWU (5. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=o8gtdTN2SsA (Medien dazu, 1. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=UABhZeQpu4k (2. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=SzFDUTchDWU (Klassenarbeit dazu, 1. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=Bbu5yAPd3Pk (2. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=oSPMIkUeAgs (3. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=QdZ57CNjEYo (kurze Parodie des Romans)